Was sagen Urlaubsangebote tatsächlich aus?

Was steckt hinter der Werbesprache von Urlaubskatalogen und Angeboten aus dem Internet?

Einige Verbraucherzentralen legen den Urlaubern nahe, Katalogbeschreibungen aufzubewahren oder einen Screenshot der gebuchten Reise (Hotel, Leistung etc.) aufzuheben. Dies wird immer öfter notwendig, da die Werbesprache von Urlaubsangeboten, sowohl im Internet als auch ganz klassisch in Katalogen, immer blumiger und irreführender wird.

Katalogsprache bei Reiseangebote

Ein „Zimmer zur Meerseite bedeutet noch lange nicht, dass das Hotel sich in erster Reihe befindet. Auch ein „Meerblick“ hat nichts mit der eigentlichen Strandnähe zu tun. Was wir hier noch zähneknirschend hinnehmen können, auch wenn der Schein der angepriesenen Bilder oft eine andere Sprache spricht, wird zur eindeutigen Täuschung, wenn gewisse Leistungen einfach fehlen: Ein Pool der zwar nicht unter den Leistungen beschrieben wurde, mit dem man aber auf Bildern wirbt, ist nicht nur frech, sondern auch eine gewollte Täuschung am Kunden. Auch wenn der Pool zum Nachbarhotel gehört und vielleicht sogar mit genutzt werden darf – auf den „Großansichten“ des eigenen Hotels gehört dieser Pool einfach nicht dazu! Im Streitfall kann der Urlauber hier sein Recht geltend machen.

Oft machen es kleine Details aus, die einen Pool beschreiben. Ein „beheizbarer Pool“ muss nicht zwingen angenehm warm sein. Denn ein „beheizbarer Pool“ ist auch dann gegeben, wenn das Wasser nur von 12 auf 14 Grad erwärmt wird. Ob der Pool generell die ganze Saison beheizt wird, steht hier auch nicht zwingend fest. Allerdings bei einem „beheizten Pool“ dürfen Urlauber erwarten, dass dieser eine Badetemperatur aufweist.

 

Wenn der Nachteil zum Vorteil verkauft wird:

„Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe“ oder das Hotel „mit internationalem Publikum“ im „Kern der Stadt“ sind sehr oft schmeichelnde Formulierungen für jede Menge Lärm. Auch eine „verkehrsgünstige Lage“ oder das „Hotel in zentraler Lage“ ist hierfür ein eindeutiges Indiz. Natürlich sind auch andere Extreme denkbar: Ein „Hotel in ruhiger Lage“ ist oft sehr weit ab vom Schuss und man hat nur wenige Einkaufsmöglichkeiten oder ist sogar auf einen Shuttlebus angewiesen.

Sollte ein Hotel mit einem „freundlichen Zimmer“ werben, so ist das nicht nur eine stupide und einfallslose Floskel, sondern bedeutet oft auch eine „zweckmäßige Ausstattung“, also nur wenig Komfort.

Die Werbesprache in Urlaubs-Katalogen und auf Buchungsseiten richtig verstehen:

Wer einen Strandurlaub plant der will sich oft schon von Zuhause aus vergewissern worauf er sich einlässt. Das „nur wenige Minuten vom Meer gelegene Hotel“ muss daher gut gewählt werden. Doch Vorsicht bei zu allgemeinen Formulierungen: Die Aussage „wenige Minuten“ ist nicht sehr präzise, denn es suggeriert einen kurzen Fußmarsch. Generell können sich solche Angaben aber auch auf Fahrminuten beziehen, was die Angelegenheit schon in einem anderen Licht erscheinen lässt. Leider lässt auch die Aussage direkt am Meer“ nicht unbedingt auf einen begehbaren Strandabschnitt schließen. Es gibt genug Hotels die zwar direkt am Meer liegen, aber eine Steilküste oder eine Autobahn den Weg zum Meer untersagt.

 

Was sagt das Urlaubsangebot im Internet tatsächlich über den Traumstrand aus?

Wer etwas vorzuzeigen hat, der wird damit nicht geizen. Deshalb gilt: ein Sandstrand wird auch als Sandstrand beschrieben sein. Die blumige Form eines „naturbelassenen Strands“ verweist daher eher auf einen Kieselstrand. Auch die Qualität des Strands lässt sich nicht genau einordnen. Ein „naturbelassener Strand“ wird oft nicht gesäubert, daher könnte hier durchaus Müll angeschwemmt sein, den die Stadt oder Gemeinde nicht wegräumen lässt. Ferner sind „naturbelassene Strände“ oft nicht touristisch erschlossen, so dass man durchaus auf Liegen, Duschen etc. verzichten muss.

Genau hinsehen und sich selbst informieren!

Wer nicht auf die Floskeln in den Urlaubskatalogen und im Internet hereinfallen will, der sollte sich unbedingt selbst schlau machen. Eine kurze Suche im Internet, die Bewertungen anderer Hotelgäste, deren selbstgemachte Bilder und auch Google Street View, sind gute Helfer bei der Suche nach der geeigneten Unterkunft. Achtet immer auf Details in den Beschreibungen der unzähligen Urlaubs-Anbieter und lasst euch keine Nachteile als Vorteile verkaufen. Selbst wenn ihr euch zuerst freut dass ein kurzer Transfer vom Flughafen zum Hotel“ angepriesen wird. Jetzt wisst ihr natürlich genau, dass es durchaus sein kann, das Flugzeuge über euren Frühstückstisch abheben und euch den Schlaf rauben.

Habt ihr noch mehr Floskeln der Urlaubsveranstalter? Oder seid ihr selbst schon mal enttäuscht gewesen von einem Urlaub der sich als Mogelpackung entpuppt hat?

 

 

 

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2 Gedanken zu “Was sagen Urlaubsangebote tatsächlich aus?

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