Bali, Traum oder Albtraum?

Bali, Traum oder Albtraum? Unsere Bali ErfahrungEN:

Frisch sind wir aus Bali zurück. Da sind die Eindrücke noch klar in der Matschbirne verankert und sollten schleunigst zu Papier gebracht werden. Oder eben hier online in unseren Blog verfrachtet werden. Unsere Bali Erfahrungen sind auf jeden Fall interessant genug um diese niederzuschreiben.

Aber Bali? Ja, wie war das noch gleich. Was hat mich beeindruckt? Was wäre es wert euch zu erzählen? Irgendwie gibt es da eine ganze Menge zu erzählen. Schönes und weniger Schönes.
Vielleicht bin ich auch selbst schuld… Ich hatte – wie bestimmt viele von euch auch – gewisse Vorstellungen von Bali. Traumstrände, Palmen, chillige Locations, coole Leute. Das gibt es auch, aber man muss es schon sehr genau suchen. Wer zuerst in Bali landet, wird (bevor er oder sie besser gen Norden fährt) irgendwo zwischen Kuta und Seminyak die ersten Tage verbringen. So hatten wir es zumindest getan. Und ja, wir hatten uns informiert, das genau diese Ecken von Bali sehr touristisch sind. Und ja, es ist sehr touristisch, laut und dreckig…

 

Bali, die Insel des Massentourismus? 

Grüne Reisfelder wollte ich sehen und die weiten Landschaften die man mir auf den Instagramfotos der Influencer und Reisegurus versprochen hatte. Ich wollte im Wasser Surfer sehen und die untergehende Sonne. Was ich aber zuerst im Wasser sah war Müll.
Bali hat Vieles zu bieten: Reisfelder, Vulkane, Dschungel und einsame Strände. Doch das Paradies ist ganz schön angekratzt und die Schattenseiten verdunkeln die Postkartenidylle ganz gewaltig.
Das Licht am Jimbaran-Beach hat auch Licht auf ganz Bali geworfen. Hier war es sauber. So könnte man es sich vorstellen und definitiv auch längere Zeit aushalten. Ein schöner Strand. Doch dann gibt es da noch Kuta und dessen hektische Atmosphäre oder Seminyaks verdreckter Strand. Was ist damit? Soll ich das einfach ausblenden und euch davon nicht erzählen? Ich konnte es im Urlaub nicht ausblenden und werde es daher jetzt auch nicht tun. Leider muss ich euch  vom Verkehr berichten, der eine 15 Kilometer-Fahrt zu einer 2 1/2 stündigen Odyssee heranwachsen ließ. Oder von der miesen Infrastruktur, von der Luftverschmutzung und den ganzen Baustellen. Ich würde euch gerne den Duft von Plastik in die Nase schreiben, der dort einfach jeden Tag verbrannt wird. Ekelhaft und traurig.

Müllprobleme auf Bali sind Müllprobleme für Indonesien!

Wer von Müllproblemen auf den Gili-Inseln oder eben von Bali spricht, der sollte doch gleich die große Kelle nehmen und sagen: Das Müllproblem ist ein Problem der indonesischen Regierung! Ohne den Zeigefinger zu erheben oder die „Schuld“ einem ganzen Land zuzuschreiben, sollte aber jeder Reisende sich im klaren darüber sein, was sein Anteil an der ganzen Geschichte ist. Als Bali vor 30-40 Jahren noch zunehmend unerschlossen war, konnten sich die Balinesen sehr gut mit ihrer Umwelt arrangieren. Erst der Tourismus  ließ eine grausige Spirale entstehen. Der Balinese lebt entweder von der Landwirtschaft oder eben vom Tourismus. Etwas anderes gibt es nicht. Die schnelle Mark Rupiahs werden durch die Touristen verdient. Diese bringen zwar Geld ins Land aber auch jede Menge Müll. So viel Müll das es nicht mehr zu bezwingen ist. Doch was hat sich verändert? Früher wurde etwas in Bananenblätter gewickelt, heute in Plastik. Früher wurde das Wasser der Kokosnuss getrunken und heute die Coca Cola (übrigens auch wieder nur in Plastik). Zu einfach? Nein, genau so war es.

 

Bali entwickelt sich zu schnell…

Bali entwickelt sich zu schnell. Und dann auch noch in die falsche Richtung. Nachhaltigkeit wird zwar in Ubud und dort nur in einigen kleinen, verträumten Läden bereits gelebt, der normale Balinese kann darüber aber nur müde lächeln. Seine Lebenswirklichkeit ist eben diese, dass man JETZT mit den Touristen Geld verdienen kann. Und sie vertrauen blind und oft auch blöd auf eine Regierung in Jakarta die zu einer der korruptesten der Welt gehört. Wer Geld bringt, egal ob Investoren oder Lobbyisten oder eben der Tourist, das ist der wahre Freund. Ohne das groß hinterfragt wird, wird investiert und aufgebaut. Es geht nur darum, JETZT so schnell wie möglich Geld zu machen. Das spürt man an jeder Ecke. Leider.

Und jeder möchte ein Stück vom Kuchen abhaben…

Das man mit dem Tourismus gutes Geld verdienen kann ist den Balinesen klar. So sieht man auch speziell in Kuta, Seminyak und um den Flughafenbereich herum eine unfassbare Dichte an Geschäften, die so keiner braucht. Die Konkurrenz ist erdrückend. Die Tourenanbieter, Surfschulen, Nippes-Verkäufer und Restaurants wechseln sich in genau dieser Reihenfolge kilometerweit ab. Und irgendwie denkt man, hier war man doch schon mal…

Vor den Restaurants stehen mehr Angestellte als es drinnen Gäste gibt. Sie versuchen dich anzuwerben, anzulächeln und fast schon ein bisschen zu überreden. Sie fuchteln mit ihren Menükarten wild umher, manchmal einladend, oft aber verzweifelt. Gerade für den jungen Balinesen scheint der Tourismus der heilige Gral zu sein. Endlich weg von den Reisfeldern, weg aus der Landwirtschaft und hinein in die Restaurants und Hotels. Doch die Lebenswirklichkeit sieht natürlich nicht so aus wie man es sich erträumt. Und genau hier schließt sich für mich der Kreis: Denn auch wir hatten gewisse Vorstellungen und wurden knallhart ausgenüchtert. So hat allmählich keiner mehr etwas davon, weder der Tourist der statt Strand eine Müllhalde bekommt, noch die neue Generation der Balinesen, die sich vom Tourismus so viel erhoffen aber nichts reißen können, weil der Druck der Konkurrenz bereits zu stark ist.
Und natürlich gibt es viele wichtige Initiativen die sich für ein grünes Bali einsetzen. Und ja klar sind mir in Ubud die ganzen „Healtylifestyle-Cafes“, „Smoothie-Relax-Bars“ und „Achtsamkeitsyogastudios“ aufgefallen. Doch diese sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Teilweise kam ich mir sogar etwas veräppelt vor. Denn – wer auch immer nach Ubud geht und sich einen Yogakurs gönnen möchte – der Heimweg durch die Menschenmassen und der dichte Verkehr, würde mich bereits wieder so sehr stressen, dass sich die Stunde Yoga nicht gelohnt hätte. Es wirkte teilweise eher wie eine Kulisse.

Bali – wo viel Licht ist, da ist auch Schatten…

Bali ist vielseitig und das im Guten wie im Schlechten. Es gibt definitiv viel Sehenswertes und auch Schönes auf Bali zu entdecken. Aber wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. In Bali liegen Luxushotels direkt neben elend zusammengezimmerten Holzhütten, in denen ganze Generationen zusammengepfercht leben müssen. Man findet Affenwälder in Ubud und affige Souvenirs am Flughafen von Denpasar. Es gibt jede Menge Klischees und kaum Versuche sich über diese hinwegzusetzen. Bali ist nur ein kleiner Mikrokosmos doch widerspiegelt auch unsere ganze Welt…

Reisen mit leichtem Gepäck

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Was wirklich ins Handgepäck muss und worauf man verzichten sollte:

Eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst.
Du nimmst all den Ballast und schmeisst ihn weg,
Denn es reist sich besser, mit leichtem Gepäck.
Liedtext Silbermond – Leichtes Gepäck

Was Silbermond in ihrem Lied besingen ist für Weltenbummler längst klar: Leichtes Gepäck, beziehungsweise sinnvoll gepackte Koffer, Taschen und Rucksäcke sind das A und O einer jeden Reise. Wer kennt nicht diese Situationen in denen einem fast der Arm abfault, wenn der schwere Koffer die Treppen hinunter in die U-Bahn getragen werden muss? Oder auch der viel zu schwere Rucksack der von Urlaubstag zu Urlaubstag immer heftigere Rücken- und Nackenschmerzen verursacht.
Vernünftiges Kofferpacken und vor allem auch sinnvolles Gepäck und hochwertige Ausrüstung ist zwar manchmal auf den ersten Blick in der Anschaffung teuer, aber es lohnt sich bereits ab dem ersten Urlaubstag. Wer also einen kurzen Städtetrip plant, der kann gut und gerne auf globige Koffer verzichten.

Unsere Tipps und Tricks für ein leichtes und durchdachtes Handgepäck:

    • Platzsparend Packen (hierzu gibt es bereits einen ausführlichen Blogbeitrag)
    • Rucksack statt Trolley: Ein Rucksack ist viel besser zu bestücken als ein Trolley. Verschiedene Fächer ergeben sinnvollen Platz und schaffen gleichzeitig Ordnung. Da die meisten Trolleys mit kleinen Rädchen ausgestattet sind, gibt es auch meistens Platzprobleme im Kofferfach von Bussen oder Flugzeugen. Der Rucksack ist auch einfacher zu tragen und flexibler nutzbar, vor allem dann wenn ihr die betonierten Straßen verlassen wollt.
    • Wichtige Dinge griffbereit halten: Egal ob wichtige Medikamente, der Fotoapparat oder das Handy: Haltet eure wichtigen Sachen immer griffbereit! Entweder ihr tragt eure Items direkt bei euch (Hosentasche, Jackentasche etc.) oder ihr verstaut sie in den Aussentaschen eures Handgepäcks. Auch bequeme Klamotten oder Sneakers auf langen Flügen, sollten schnell zugänglich sein. Sneakers die leicht und biegsam sind, sind die richtige Wahl für ein leichtes Gepäck! Hochwertige Sneakers zum fairen Preis gibt es zum Beispiel hier: https://www.peek-cloppenburg.de/sale/damen/schuhe/sneaker/

      • Kosmetik oder Drogerieartikel abfüllen: Wer nicht die (oft) teureren Reisegrößen in den Drogeriemärkten kaufen möchte, der kann sich das Parfüm auch selbst abfüllen. Gibt es sehr günstig zum Beispiel auf Amazon.

  • Wetterdaten checken: Wer nach Kenia fliegt braucht selten die Winterjacke. Achtet daher genau auf die Reisezeit und auf die Durchschnittstemperaturen eures Reiseziels. Oft nimmt man doch einfach viel zu viele Klamotten mit, stimmts?
  • E-Book-Reader statt 5-6 Bücher: Wer im Urlaub gerne und viel liest, für den ist es bereits ab dem zweiten Buch sinnvoll über einen E-Book-Reader nachzudenken. Denn dieser ist nicht nur handlich und praktisch, sondern bietet auch aufgrund seiner schlanken Linie genug Platz für anderen Kram. Und ja: Ihr nehmt damit eine ganze Bibliothek mit auf eure Reise! Den Amazon Kindle eReader gibt es mittlerweile für unter 70,00 €
  • Das Hotelangebot checken: Wieso einen Fön mitnehmen wenn es diesen bereits im Hotel gibt? Auch Handtücher oder Duschgels sind in den meisten Hotels inklusive und gehören deshalb so gar nicht mit ins Reisegepäck.
  • Pröbchen sammeln: Hier und da gibt es immer mal wieder Pröbchen. Haarshampoo vom Drogeriemarkt oder Parfüme vom Online-Einkauf. Wer hier nicht direkt die Packung aufreist, sondern diese platzsparenden Proben für den Urlaub aufhebt, der ist ein echter Spar-Fuchs und weiß seinen Platz im Gepäck sinnvoller zu nutzen!

 

  • Platzsparend Packen
  • Kosmetik/Shampoo abfüllen
  • Wetterdaten checken
  • Pröbchen sammeln
  • Hotelangebot checken

Der Wiener Prater

Der Wiener Prater – Nostalgie pur?

Wer Rummel oder Kirmes (oder wie es bei euch eben genannt wird) toll findet, der wird den Wiener Prater lieben. An manchen Ecken ist der Prater in die Jahre gekommen, das wird hier aber als Nostalgie verkauft. Im Sommer ist viel geboten und auch jedes Fahrgeschäft offen. Im Winter ist eher tote Hose. Dennoch hat es was für sich, auch in dieser Jahreszeit, über eine menschenleere Kirmes zu laufen. Nur teilweise ist etwas beleuchtet. So könnte auch ein schlechter Horrorfilm anfangen.

Auch Zombies gibt es in Wien.

Der Wiener Prater und seine Sehenswürdigkeiten:

Wir waren sehr überrascht, dass es hier so viel zu entdecken gibt. Es gibt Autoscooter, Fressstände, Geisterbahnen, Überkopfdrehdinges und natürlich auch das berühmte Wiener Riesenrad. Das war übrigens nicht ganz so groß wie in unseren Vorstellungen. Die ganze Kirmes nennt sich übrigens Wurstlprater und ist nur ein Teil der Prater Anlage. Man kann hier durchaus noch mehr interessante Sehenswürdigkeiten finden wie zum Beispiel ein Planetarium oder man nutzt die Gesamtfläche einfach, wie die Wiener selbst, als Naherholungsgebiet.

Es gibt viel zu entdecken auf dem Wurstlprater:

Der Wurstlprater mit seinen Fahrgeschäften ist schon sehenswert. Auch eine Fahrt mit dem Riesenrad ist sicher eine echt romantische Angelegenheit. Allerdings fehlt irgendwie der Flair und beim Riesenrad leider auch ein vernünftiger Ausblick. Eventuell sollte man sich in der Riesenradgondel dann doch mit seinem Partner beschäftigen, als jetzt die große Kulisse zu erwarten, die es lohnt zu fotografieren. Der Prater ist vor allem abends, dann wenn die Lichter an den Fahrgeschäften flackern, sehenswert. Einige Attraktionen sind für die Mutigen, andere dafür gut für kleine Kinder geeignet. Abwechslung gibt es genug. Möglichkeiten um sein Geld loszuwerden auch. Jedes Fahrgeschäft muss einzeln bezahlt werden. Tickets für das berühmte Wiener Riesenrad liegen da bereits bei 10 Euro pro Person.
Alles in allem sollte man den Prater und auch den Wurstlprater mal gesehen haben. Die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsnetze ist hervorragend und auch für einen kurzen Abstecher am Abend daher sehr gut geeignet.

Noch mehr zu den Wiener Sehenswürdigkeiten gibt es hier nachzulesen:

Wiener Sehenswürdigkeiten

Wiener Tiergarten Schönbrunn

Der Wiener Tiergarten ist der älteste Zoo der Welt…

Das Schloss Schönbrunn ist fast jedem bekannt, der angrenzende  Wiener Tiergarten eher nicht. Dabei ist der Wiener Zoo der älteste der Welt. Man könnte jetzt denken, dass ein Tierpark der in die Jahre gekommen ist, vielleicht auch in der alten Zeit hängen geblieben ist. Vor allem was Tiergehege und Haltung anbelangt. Doch der Wiener Tiergarten hat gerade bei diesen wichtigen Dinge bei uns punkten können. Denn für uns als Laien waren die Gehege zeitgemäß. Die historischen Wurzeln und die damit verbundenen kleinen Gehege aus vergangener Zeit sind nur noch Nebenschauplätze die als Durchgang dienen. Auch die Vielzahl der Tiere ist enorm. Darunter gibt es auch einige Exoten wie Pandas und Koalas, die es so auch nicht in jedem Zoo oder Tiergarten zu bestaunen gibt. Als wir in Wien waren, sind zwei Jungtiere der putzigen Pandas umhergetollt. Sehr niedlich!

Schloss Schönbrunn, Tierpark, Wüsten- und Palmenhaus – hier gibt es jede Menge zu erleben:

Direkt eingebettet in den Schlosspark von Schönbrunn liegt auf dem Weg zum Tiergarten auch noch das große Palmenhaus und das Wüstenhaus. Diese beiden Sehenswürdigkeiten sind NICHT im Preis für den Tierpark mit inbegriffen, was wir sehr schade fanden. Es gab zwar Kombi-Tickets, dies hatten wir aber erst nach unserem Besuch wirklich kapiert. Die für mich zuerst etwas wirren Preise gibt es hier nachzulesen: https://www.zoovienna.at/besuch-und-tickets/kombitickets/

Koala, Panda, Fledermaus und Co.

Zu den Highlights des Schönbrunner Tierparks gehört neben den beliebten Pandas und Koalas, ein wirklich schönes Aquarium, ein Insektarium, ein sehr aufwändiges Regenwaldhaus mit einem Bereich in dem ihr zwischen frei fliegenden Fledermäusen steht. Natürlich dürften Tiere wie Giraffen, Elefanten und Tiger nicht fehlen. Diese Arten haben wie auch die Eisbären – für einen Zoo – relativ großzügige Gehege.
Von Ende März bis Oktober fährt auch ein kleiner Zug im Park seine Runden. Tickets gibt es hier für 2 Euro pro Erwachsener und 1 Euro pro Kind. Toiletten gibt es in ausreichender Zahl und quasi an jeder Ecke. Essen und Trinken ist gut und relativ bezahlbar. In den Wintermonaten hat aber kaum eine Bude auf, daher macht es auch Sinn sich und den Kindern etwas essbares einzupacken.
Im Tiergarten Schönbrunn kann man gut und gerne einen ganzen Tag verbringen. Erst Recht wenn man sich zusätzlich für den Besuch des Wüsten- und Palmenhauses entscheidet. Auch denkbar ist ein Besuch im Zoo mit dem berühmten Schloss Schönbrunn zu verbinden. Fussläufig alles easy erreichbar!

Noch mehr Sehenswürdigkeiten in Wien findest du hier in unserem weiterführenden Artikel:

Wiener Sehenswürdigkeiten

Reiseknigge für Wien

Das erste Mal in Wien – eine Hilfestellung:

Wie bereits im Beitrag „Sind die Wiener einfach unfreundlich?“ habe ich auf gewisse Eigenheiten der Wiener hingewiesen. Mich haben diese Besonderheiten durchaus fasziniert und natürlich auch leicht irritiert. Denn ja, es gibt verschiedene Kulturen und Menschen auf diesem Planeten und dies ist eine Bereicherung. Das ist einer der größten Gründe, wieso wir überhaupt so gerne auf diesem Planten unterwegs sind. Doch dass der Unterschied zweier Länder und Kulturen nach nur wenigen Kilometern so erstaunlich ist, hätte ich nicht vermutet. Daher gibt es jetzt ein kleines und liebgemeintes Reiseknigge für Wien:

Verwechsele nicht den „Wiener Schmäh“ mit dem „Wiener Grant“:

Irgendwo zwischen „Küss die Haaand schöne Frau“ und „Trinkens bittschön die Tassn aus, wir schließen in ner halben Stunden“ liegt die Höflichkeit der Wiener begraben. Oft wird man behandelt, als ob man generell zu doof ist zu verstehen oder es wird einschlägiges Wissen sogar vorausgesetzt: „Möchtens die Karten oder essens wie immer?“ Mehr dazu gibt es aber HIER nachzulesen.

Verstehe die Kaffeehauskultur:

Das Kaffeehaus in Wien ist oft – vor allem direkt in der Innenstadt – touristisch angehaucht und auch Wartezeiten müssen mit eingeplant werden. Einen Kaffee gibt es hier nicht. Hier gibt es einen „Verlängerten“ oder eine „Melange“. Wer einen Kaffee bestellt wird blöde angeschaut und direkt als unwissender Tourist abgestempelt. Auch die Sahne heißt hier nicht Sahne, sondern „Schlagobers“. Warum der in Kärnten geborene Sänger Udo Jürgens trotzdem „Aber bitte mit Sahne“ gesungen hat, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich wäre „Aber bitte mit Schlagobers“ nie zu einem Hit geworden.
Die Kultur des Kaffeehauses ist eine sehr schöne Eigenart, die mir sehr entgegenkommt. Oft dient so ein Kaffeehaus den Städtern als verlängerter Arm des eigenen Wohnzimmers. Hier werden Bewerbungsgespräche abgehalten, wie auch die Scheidungspapiere mit den Anwälten begutachtet. Hier trifft sich Jung und Alt.
Ein wirklich typisches Kaffeehaus lässt sich schnell finden und die Kuchen sind meistens lecker. Der fade Beigeschmack ist leider (wieder mal) der Kellner der Herr Ober!, der sich irgendwie fast schon belästigt fühlt, wenn man eine Bestellung aufgeben möchte. Aber genau diese Art der Grimmigkeit macht den Charme komplett und keiner sollte dies als persönliche Beleidigung auffassen.

Smalltalk und mieser HumoR, richtig verstehen mit dem Reiseknigge für Wien:

Ein Österreicher ist eigentlich nicht auf Small Talk aus. Wieso auch? Kassiervorgänge, Beratungsgespräche und die Bedienung im Restaurant beschränken sich auf das Wesentliche. Stellenweise fehlt schon „Hallo, Bitte, Danke oder Tschüss (Baba)“. Solltest du also wirklich Kontakt zu einem Österreicher aufnehmen wollen, sind gewisse Gesprächsthemen tabu: Ein Österreicher ist kein „Ösi“ und der Zweite Weltkrieg ist nun auch kein eisbrechender Gesprächsstoff. Witze über Hitler und das dieser eigentlich Österreicher war, helfen dir selbstredend natürlich auch nicht weiter.

Mach nicht einen auf Österreicher:

Haltet euch bei unserem kleinem Reiseknigge für Wien unbedingt auch an folgendes:

Ja es ist verführerisch den österreichischen Dialekt nachzuäffen! Trotzdem: Lass es! Der Österreicher versucht ja auch nicht unseren bayrischen, hessischen oder schwäbischen Dialekt nachzumachen. Was gut ankommt sind einige Vokabeln zu beherrschen: die Portion Sahne als „Schlagobers“ zu bestellen oder das Brötchen als „Semmel“ zu bezeichnen. Das reicht auch. Im Supermarkt wirst du noch ein „Sackerl“ anstatt einer Tüte aufgeschwätzt bekommen, aber auch das sollte dich nicht weiter irritieren.

Schloss Neuschwanstein entdecken

Der Andrang auf das Schloss Neuschwanstein reißt nicht ab…

Wer das Schloss Neuschwanstein besuchen möchte muss immer mit Wartezeiten rechnen. Der Andrang auf die nebeneinander liegenden Schlösser Neuschwanstein und Hohenschangau, ist vor allem in den Monaten Juli bis September so sehr angestiegen, dass zum Teil Busunternehmen keine Fahrten innerhalb dieser Monate anbieten. Bereits zur Mittagszeit kann es vorkommen, dass sämtliche verfügbaren Eintrittskarten ausverkauft sind.

Das Schloss Neuschwanstein muss man gesehen haben!

Unsere Heimat selbst ist reich beschenkt mit Schlössern und Burgen. Wir im Schwabenländle haben direkt vor unserer Haustüre Schloss Lichtenstein und auch das berühmte Hechinger Schloss Hohenzollern. Trotzdem hat es uns ins Allgäu verschlagen um das Märchenschloss Neuschwanstein, endlich zu besuchen.
Das von König Ludwig errichtete Schloss ist ein Bauwerk, dass den Traum vieler Prinzen und Prinzessinen höher schlagen lässt. Schloss Neuschwanstein ist das Märchenschloss schlechthin. Sogar Walt Disney war vom Schloss und dessen Prunk so angetan, dass er die Zeichnungen der Märchenschlösser für seine Filme „Cinderella“ und „Dornröschen“ nach dessen Vorbild entworfen hat.

Schloss Hohenschwangau steht etwas im Schatten von Neuschwanstein. Aber eigentlich muss es das nicht.

Der Rubel rollt – Kommerz und Kitsch und das Vorurteil mit den Massen an Japanern:

Gerade Menschen aus dem asiatischen Bereich zieht das Schloss an wie Motten das Licht. Offensichtlich haben diese Menschen hier bei uns etwas gefunden, was sie sogar nicht in ihren Ländern finden. Doch mit den touristischen Menschenmassen lässt sich gutes Geld verdienen. So entstehen immer mehr und größere Hotels direkt zu Fuße des Schloss Neuschwansteins. Der Eintrittspreis ist noch moderat, die Führung dafür aber hektisch und sehr kurz. Ihr benötigt mehr Zeit zum Warten und Anstehen, als für die Schlösser selbst. Eventuell kann man auch ganz auf eine Führung verzichten, denn die Schlossführung ist mittlerweile so überlaufen, dass man die Gruppen durch die wenigen Räume quasi nur durchführt. Kurze Erklärungen gibt es natürlich aber Zeit zum Nachfragen gibt es nicht. Insgesamt könnt ihr mehr Zeit in den vielen Souvenir-Shops verbringen als im Schloss selbst.
Auch blöd aber nicht vermeidbar ist die Tatsache das Schloss Neuschwanstein zu einer Dauerbaustelle geworden ist. Zum einen gibt es die schon eben erwähnten Großbaustellen im unteren Teil, in denen neue Hotels erbaut werden, zum anderen das Schloss selbst. Sehr oft über das Jahr verteilt steht es mit Gerüsten umklammert da.

Das beste Foto kann man daher von der Marienbrücke schießen. Hier geht das Gedränge erst richtig los, allerdings entschädigt das gewonnene Foto jeden Rempler und jede Minute Wartezeit.

Noch nicht genug von Schlössern und Burgen? Vielleicht gefällt dir dann auch unser Bericht über die Burg Hohenzollern in Hechingen?