monkey forest ubud

Monkey Forest – der Affenwald in Ubud

Monkey Forest Ubud – Die Wahrheit hinter den Horrorgeschichten

Der Besuch des Monkey Forest, dem Affenwald von Ubud, ist für jeden Bali-Urlauber ein Must-Do. Der beliebte Affenwald wird von mehr als 15.000 Touristen im Monat besucht. Daher ist es wichtig einen passenden Zeitpunkt für den eigenen Besuch zu finden.

Leider kursieren über den Monkey Forest auch einige negative Schlagzeilen im Internet. Geschrieben von Urlaubern die ihre negativen Erfahrungen mit den Affen gemacht haben. Gespickt mit Bildern von Bisswunden und Kratzern. Unsere Meinung dazu erfahrt ihr etwas weiter unten in diesem Beitrag. Zuerst möchten wir euch aber den Monkey Forest genauer vorstellen:

Wie komme ich zum Monkey Forest nach Ubud?

Der Monkey Forest ist ein Reservat mit Hindu-Tempel inmitten von Ubuds Dschungel. Dennoch ist natürlich eine Anbindung mit Bus, Roller oder PKW absolut kein Problem. Eine günstige Möglichkeit bietet zum Beispiel der Service Kura Kura Bus an. Den Beitrag zu diesem noch relativ neuen Busunternehmen auf Bali gibt es hier nachzulesen: Kura Kura Bus auf Bali.

Natürlich könnt ihr euch auch ein Taxi oder ein Uber bestellen oder ihr macht eine geführte Tour mit. Auch ein privater Fahrer ist auf Bali absolut üblich und die Kosten sind überschaubar.

Der offizielle Name des Affenwaldes in Ubud lautet: Sacred Monkey Forest Sanctuary. Dennoch weiß jeder Fahrer genau was ihr meint, auch dann wenn ihr nur nach  „Affenwald“ fragt.

Unsere ERfahrungen im Monkey Forest in Ubud

Die Affen im Monkey Forest sind frech! Du solltest die Tiere niemals unterschätzen und dich unbedingt an die ausgeschriebenen Regeln des Parks halten. Solltest du dies nicht tun, die Affen gar provozieren oder nur für ein „perfektes Bild“ festhalten wollen, musst du mit einer Gegenreaktion rechnen. Da Affen meistens nicht mit Menschen diskutieren, sondern ihre Missgunst mit Geschrei, Kratzen oder sogar mit einem Biß quittieren, solltest du dich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Wer es akzeptiert Gast in diesem wunderschönen Wald zu sein, der wird keine Probleme bekommen. Die offiziellen Richtlinien, die es zwingend einzuhalten gilt, sind:

  • Renne nicht
  • Keine Panik
  • Schaue keinem Affen direkt in die Augen
  • Verstecke kein Essen
  • Keine Papier- oder Plastikbeutel mitnehmen
  • Achte auf deine Wertsachen
  • Berühre und störe keine Affen
  • Füttere keine mitgebrachten Lebensmittel

Auch deine Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt durch den Affenwald spazieren. Akzeptiere, dass es wilde Tiere sind und diese für uns unvorhersehbare Verhaltensweisen an den Tag legen können.

Uns persönlich ist kein Tier zu nahe gekommen. Wir ihnen aber auch nicht. Die einzige Berührung entstand als ein Affe auf Mario geklettert ist, als er sitzend an seiner Kamera etwas einstellen wollte. Der kleine Affe war sehr neugierig und hat sich auf seine Beine gesetzt und wollte direkt den Deckel des Objektivs abschrauben. Wir haben ihn sanft aber bestimmt von uns weggeschoben, er hat kurz gemotzt, ist aber dann abgezogen.

Was wir gesehen haben Im Monkey Forest

Wir haben einen wunderschönen Tag im Monkey Forest in Ubud verbracht. Der Park ist relativ groß und den Affen beim Spielen zuzusehen ist sehr kurzweilig und macht jede Menge Spass. Wir konnten auf dem Areal viele tolle Fotos schießen.

Was wir allerdings auch sehen mussten sind Besucher, die fast alles für „das perfekte Foto“ tun würden. Besucher die die Affen anlocken, diese extra so ködern mit Bananen, dass diese auf sie drauf steigen müssen. Wir haben einige Kinder gesehen die gerade die kleinen Affen versucht haben zu streicheln. Die Muttertiere waren darüber natürlich gar nicht happy und haben sehr oft dementsprechend lautstark geschimpft. Einen wirklichen Übergriff eines Affen auf  einen Tourist haben wir nicht erlebt.

Einen Eindruck über den Sacred Monkey Forest bekommt ihr auch in unserem Vlog:

Was er noch in Ubud zu entdecken gibt könnt ihr hier nachlesen:

Was kann man in Ubud machen?

Bali, Traum oder Albtraum?

Bali, Traum oder Albtraum? Unsere Bali ErfahrungEN:

Frisch sind wir aus Bali zurück. Da sind die Eindrücke noch klar in der Matschbirne verankert und sollten schleunigst zu Papier gebracht werden. Oder eben hier online in unseren Blog verfrachtet werden. Unsere Bali Erfahrungen sind auf jeden Fall interessant genug um diese niederzuschreiben.

Aber Bali? Ja, wie war das noch gleich. Was hat mich beeindruckt? Was wäre es wert euch zu erzählen? Irgendwie gibt es da eine ganze Menge zu erzählen. Schönes und weniger Schönes.
Vielleicht bin ich auch selbst schuld… Ich hatte – wie bestimmt viele von euch auch – gewisse Vorstellungen von Bali. Traumstrände, Palmen, chillige Locations, coole Leute. Das gibt es auch, aber man muss es schon sehr genau suchen. Wer zuerst in Bali landet, wird (bevor er oder sie besser gen Norden fährt) irgendwo zwischen Kuta und Seminyak die ersten Tage verbringen. So hatten wir es zumindest getan. Und ja, wir hatten uns informiert, das genau diese Ecken von Bali sehr touristisch sind. Und ja, es ist sehr touristisch, laut und dreckig…

Touristen am Tanah Lot Tempel Bali

 

Bali, die Insel des Massentourismus? 

Grüne Reisfelder wollte ich sehen und die weiten Landschaften die man mir auf den Instagramfotos der Influencer und Reisegurus versprochen hatte. Ich wollte im Wasser Surfer sehen und die untergehende Sonne. Was ich aber zuerst im Wasser sah war Müll.
Bali hat Vieles zu bieten: Reisfelder, Vulkane, Dschungel und einsame Strände. Doch das Paradies ist ganz schön angekratzt und die Schattenseiten verdunkeln die Postkartenidylle ganz gewaltig.
Das Licht am Jimbaran-Beach hat auch Licht auf ganz Bali geworfen. Hier war es sauber. So könnte man es sich vorstellen und definitiv auch längere Zeit aushalten. Ein schöner Strand. Doch dann gibt es da noch Kuta und dessen hektische Atmosphäre oder Seminyaks verdreckter Strand. Was ist damit? Soll ich das einfach ausblenden und euch davon nicht erzählen? Ich konnte es im Urlaub nicht ausblenden und werde es daher jetzt auch nicht tun. Leider muss ich euch  vom Verkehr berichten, der eine 15 Kilometer-Fahrt zu einer 2 1/2 stündigen Odyssee heranwachsen ließ. Oder von der miesen Infrastruktur, von der Luftverschmutzung und den ganzen Baustellen. Ich würde euch gerne den Duft von Plastik in die Nase schreiben, der dort einfach jeden Tag verbrannt wird. Ekelhaft und traurig.

Müllprobleme auf Bali sind Müllprobleme für Indonesien!

Wer von Müllproblemen auf den Gili-Inseln oder eben von Bali spricht, der sollte doch gleich die große Kelle nehmen und sagen: Das Müllproblem ist ein Problem der indonesischen Regierung! Ohne den Zeigefinger zu erheben oder die „Schuld“ einem ganzen Land zuzuschreiben, sollte aber jeder Reisende sich im klaren darüber sein, was sein Anteil an der ganzen Geschichte ist. Als Bali vor 30-40 Jahren noch zunehmend unerschlossen war, konnten sich die Balinesen sehr gut mit ihrer Umwelt arrangieren. Erst der Tourismus  ließ eine grausige Spirale entstehen. Der Balinese lebt entweder von der Landwirtschaft oder eben vom Tourismus. Etwas anderes gibt es nicht. Die schnelle Mark Rupiahs werden durch die Touristen verdient. Diese bringen zwar Geld ins Land aber auch jede Menge Müll. So viel Müll das es nicht mehr zu bezwingen ist. Doch was hat sich verändert? Früher wurde etwas in Bananenblätter gewickelt, heute in Plastik. Früher wurde das Wasser der Kokosnuss getrunken und heute die Coca Cola (übrigens auch wieder nur in Plastik). Zu einfach? Nein, genau so war es.

 

Bali entwickelt sich zu schnell…

Bali entwickelt sich zu schnell. Und dann auch noch in die falsche Richtung. Nachhaltigkeit wird zwar in Ubud und dort nur in einigen kleinen, verträumten Läden bereits gelebt, der normale Balinese kann darüber aber nur müde lächeln. Seine Lebenswirklichkeit ist eben diese, dass man JETZT mit den Touristen Geld verdienen kann. Und sie vertrauen blind und oft auch blöd auf eine Regierung in Jakarta die zu einer der korruptesten der Welt gehört. Wer Geld bringt, egal ob Investoren oder Lobbyisten oder eben der Tourist, das ist der wahre Freund. Ohne das groß hinterfragt wird, wird investiert und aufgebaut. Es geht nur darum, JETZT so schnell wie möglich Geld zu machen. Das spürt man an jeder Ecke. Leider.

Und jeder möchte ein Stück vom Kuchen abhaben…

Das man mit dem Tourismus gutes Geld verdienen kann ist den Balinesen klar. So sieht man auch speziell in Kuta, Seminyak und um den Flughafenbereich herum eine unfassbare Dichte an Geschäften, die so keiner braucht. Die Konkurrenz ist erdrückend. Die Tourenanbieter, Surfschulen, Nippes-Verkäufer und Restaurants wechseln sich in genau dieser Reihenfolge kilometerweit ab. Und irgendwie denkt man, hier war man doch schon mal…

Vor den Restaurants stehen mehr Angestellte als es drinnen Gäste gibt. Sie versuchen dich anzuwerben, anzulächeln und fast schon ein bisschen zu überreden. Sie fuchteln mit ihren Menükarten wild umher, manchmal einladend, oft aber verzweifelt. Gerade für den jungen Balinesen scheint der Tourismus der heilige Gral zu sein. Endlich weg von den Reisfeldern, weg aus der Landwirtschaft und hinein in die Restaurants und Hotels. Doch die Lebenswirklichkeit sieht natürlich nicht so aus wie man es sich erträumt. Und genau hier schließt sich für mich der Kreis: Denn auch wir hatten gewisse Vorstellungen und wurden knallhart ausgenüchtert. So hat allmählich keiner mehr etwas davon, weder der Tourist der statt Strand eine Müllhalde bekommt, noch die neue Generation der Balinesen, die sich vom Tourismus so viel erhoffen aber nichts reißen können, weil der Druck der Konkurrenz bereits zu stark ist.
Und natürlich gibt es viele wichtige Initiativen die sich für ein grünes Bali einsetzen. Und ja klar sind mir in Ubud die ganzen „Healtylifestyle-Cafes“, „Smoothie-Relax-Bars“ und „Achtsamkeitsyogastudios“ aufgefallen. Doch diese sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Teilweise kam ich mir sogar etwas veräppelt vor. Denn – wer auch immer nach Ubud geht und sich einen Yogakurs gönnen möchte – der Heimweg durch die Menschenmassen und der dichte Verkehr, würde mich bereits wieder so sehr stressen, dass sich die Stunde Yoga nicht gelohnt hätte. Es wirkte teilweise eher wie eine Kulisse.

Bali – wo viel Licht ist, da ist auch Schatten…

Bali ist vielseitig und das im Guten wie im Schlechten. Es gibt definitiv viel Sehenswertes und auch Schönes auf Bali zu entdecken. Aber wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten. In Bali liegen Luxushotels direkt neben elend zusammengezimmerten Holzhütten, in denen ganze Generationen zusammengepfercht leben müssen. Man findet Affenwälder in Ubud und affige Souvenirs am Flughafen von Denpasar. Es gibt jede Menge Klischees und kaum Versuche sich über diese hinwegzusetzen. Bali ist nur ein kleiner Mikrokosmos doch widerspiegelt auch unsere ganze Welt…