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In acht Tagen durch Norwegen

Meine Reise Durch Norwegen mit dem Zug

Jetzt ist es leider so weit. Meine Mama hat mich verlassen und sitzt wieder im Flugzeug zurück nach Deutschland (während ich mich natürlich dennoch sehr über meine noch kommende Zeit, ca. 2 Wochen, in Skandinavien freu). Was ein etwas trauriger Moment ist hatte aber auch eine wunderbare Vorgeschichte.

 

Wie alles begann:
Nachdem ich meiner Mutter von meinem Plan, einen Monat allein mit dem Zug durch Skandinavien zu reisen, erzählt hatte, war sie auf einer Seite wohl etwas ängstlich (kann man bei einer 34jährigen Tochter ja ruhig mal sein 😉 ) auf der anderen Seite hatte sie mich aber auch beneidet, weshalb ich ihr anbot, mit mir zu kommen. Wir haben dann auch einen Zeitraum von 8 Tagen gefunden, den sie sich frei nehmen und von privaten Terminen frei schaufeln konnte.

Plan:
Abflug in Stuttgart am Montag gg 6 Uhr, Umsteigen in Kopenhagen, Ankunft in Bergen gegen 12 Uhr. Ich selbst hatte zu dem Zeitpunkt bereits mein Fährticket von Langesund (bei Oslo) nach Bergen gekauft und wusste, dass ich am Montag ebenfalls gegen 12 Uhr in Bergen ankommen sollte.

Rückflug am Dienstag (8 Tage später) gegen 6 Uhr von Trontheim über Stockholm zurück nach Stuttgart.

Dazwischen: Möglichst viele tolle Erlebnisse. Und ja, die hatten wir!

Der Treffpunkt in Bergen

In Bergen fährt für ca. 12 Euro ein Bus vom Flughafen in die Innenstadt. Dieser hält u.a. am Musikpavillion, was über google als Treffpunkt ganz geeignet schien und tatsächlich auch war. Da meine Mutter nur mit Handgepäck geflogen ist und auch der Fähranleger nur ca. 20 Minuten fußläufig entfernt ist, hatten wir uns schon vor 13 Uhr dort getroffen und somit einen so gut wie ganzen Tag in Bergen vor uns.

Den ersten Tag verbrachten wir in der Stadt. Sowohl in ein paar Geschäften als auch in der wunderschönen Gegend zwischen Bahnhof und Meer. Es gibt hier viele Straßen, die sich lohnen entdeckt zu werden. Außerdem gibt es hier schöne Geschäfte, eine tolle Fischhalle und eine durchweg angenehme Atmosphäre. Nur die vielen Touristen, die ab und an von den großen Kreuzfahrtschiffen „angespült“ werden, können manchmal etwas stören, wenn sie in der Masse unterwegs sind.

Am zweiten Tag hatten wir das Glück, unheimlich gutes Wetter zu haben. So konnten wir unseren Ausflug nach Flam voll und ganz genießen (siehe Artikel über Flam).

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Da es am dritten Tag unheimlich geregnet  hatte (wohl das gängige Wetter in Bergen), hatten wir auf einen weiteren Tag in Bergen verzichtet und unseren geplanten Nachtzug nach Oslo gegen einen früheren Zug in Richtung Oslo getauscht. Zum Abschied und als Urlaubsmitbringsel gab es für Mutti und mich je noch eine Regenjacke (die wir auch weiterhin gut gebrauchen konnten).

Da die Unterkünfte in Oslo etwas teuer waren, entschieden wir uns, im Vorort Sandvika zu übernachten. Hier gibt es das wohl größte Einkaufszentrum Skandinaviens (Sandvika Storsenter) und wir hatten eine kostenlose Führung durch das kleine aber liebevoll gemachte Emma Hjorth Museum, in welchem die Arbeit der Dame ab ca. 1870 mit Behinderten in Region dargestellt ist.

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Oslo in nur 6 Stunden war leider etwas zu kurz...

Durch die Reiseänderung hatten wir leider nur ca. 6 Stunden für Oslo. Für Architekturinteressierte lohnt sich ein Besuch der Oper (die sich direkt neben dem Bahnhof befindet). Auf dem Weg in die Stadt lief einige hundert Meter vor uns eine Militärkapelle, der wir spontan bis zum Osloer Schloss folgten. Dort gab es um 13.30 Uhr einen interessanten Wachwechsel. Wir wollten schon wieder gehen, als wir erfahren hatten, dass um 14 Uhr eine Militärparade zu ehren des fünfzigsten Hochzeitstages des norwegischen Königspaars stattfinden sollte. König Harald V. und Königin Sonja sahen die Parade vom Balkon des Schlosses, meine Mutter und ich aus der ersten Reihe vom Schlosshof. Es war ein unerwartetes aber ziemlich cooles Erlebnis.

Somit haben wir insgesamt leider eher wenig von Oslo gesehn, sind uns aber sicher: wir kommen wieder. Es scheint eine sehr schöne Stadt zu sein, in der man viel sehen und erleben kann.

Gegen 16 Uhr ging es weiter mit dem Zug über Trondheim. Von dort gings es dann mit dem Nachtzug nach Bodo. Übrigens sind die Schlafkabinen in dem Nachtzug sehr empfehlenswert, weil klug durchdacht und sehr bequem. In Bodo kamen wir gegen 9 Uhr an und nahmen um 11 Uhr die Fähre nach Moskenes (ca. 25 Euro pP, Fahrzeiten unter www.torghatten-nord.no, ihr müsst aber ewas aufpassen, da die Fähren wohl nicht bei jdem Wetter fahren).

Nach ca. 4 Stunden Fahrt kamen wir wir auf der Lofoten-Insel Moskenesoya an. Da die Unterkünfte hier relativ spärlich und teuer sind hatten wir uns für 2 Nächte ein kleines Zimmer mit Gemeinschaftsbad und -küche gemietet (war aber völlig ausreichend für die kurze Zeit). Der Ausflug nach A i Lofoten am Anreisetag war nett aber nicht zwingend nötig (hier gibt es bei Regen nicht viel mehr außer einem Stockfischmuseum und einem kleinen Kaffee sowie Restaurants) der Ausflug zum Bundes Beach am zweiten Tag war aber unglaublich.

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Norwegen: Get Your Guide

Um an diesen sehr weitläufigen und wahnsinnig spektakulären Strand direkt zwischen zwei enorm hohen Felsen zu kommen, nehmt ihr die Fähre von Reine nach Vindstad. Hierbei handelt es sich um eine Passagierfähre, die im Sommer (bis Ende August) bis zu 3x am Tag fährt. Schaut auf die Abfahtszeit, da ihr sonst in dem wenig bis nichts bietenden Vindstad festsitzt. Das könnte nämlich etwas problematisch werden, wenn ihr keine Zeit habt und es regnen sollte.

Vindstad ist ein keines Nest mit wenigen Häusern. Wenn ihr Glück habt ist das Kaffee im alten Schulhaus offen, ansonsten gibt es hier keine Infrastruktur für Touristen.
In Vindstad lauft ihr von der Fähre gerade aus an den Häusern vorbei, bis ein provisorisches Schild den Bundes Beach nach links ausweist. Ab hier ist halbwegs gutes Schuhwerk und etwas Sportlichkeit gefragt, da ihr einen kleinen Bergkamm überqueren müsst (was meiner 65jährigen Mutter aber gut gelang). Sobald ihr auf dem Bergkamm seid, dürftet ihr eine unglaubliche Aussicht haben. Unten beginnt sofort der Strand, bis zum Meer lauft ihr aber nochmal ca. 15 Minuten. Vom Meer bis zur Fähre solltet ihr 1,5 Stunden einrechnen. In schnellem Tempo ist die Strecke ( nur hin bzw. zurück) evtl. auch in einer Stunde zu schaffen. Fürs Abendessen gibt es einige Restaurants in Reine.

Am nächsten Tag sind wir wieder mit der Fähre nach Bodø. Bodø hat eine mit einem Architekturpreis ausgezeichnete Bibliothek, Graffittis von bekannten Künstlern und 2 Supermärkte, die auch Sonntags offen sind. Hier allzulange zu bleiben lohnt sich meiner Ansicht jedoch nicht unbedingt. Wir hatten unsere gut 6 Stunden Aufenthalt an einem Sonntag gerade so rum bekommen, da die Stadt (außerhalb der Hauptsaison) eher tot ist.

Mit dem Nachtzug zurück nach Trondheim

So wie auf dem Bild rechts sieht übrigens ein Abteil des Nachtzugs aus. Der Platz ist ausreichend und es gibt sogar ein bisschen Stauraum. 

In Trontheim hatten wir ein tolles Hotel mit Sauna und Schwimmbad direkt am Flughafen. Die Züge brauchen von dort ca. 40 Minuten in die Innenstadt, wo es wieder sehr viel zu sehen gibt.

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U.a. hatten wir uns die nördlichste gothische Kathedrale, die Kathedrale von Nidar, angeschaut (von außen überaus sehenswert, der Eintrittspreis von 10 Euro p.P. ist etwas teuer und lohnt sich nicht zwingend). Außerdem waren wir noch auf dem Kristiansten Fort. Hier gibt es ein kleines kostenloses Museum, viele moderne Skulpturen und eine tolle Aussicht. Der Weg über die Gamle Brücke ins Viertel Bakklandet lohnt sich auch sehr. Dort gibt es viele schöne alte Holzhäuser und einen Fahrradlift

Abends hatten noch wir frischen Lachs aus der Ravnkloa Fischhalle. Am nächsten Morgen ging es für meine Mutter zurück nach Deutschland und für mich weiter nach Schweden.

Norwegen ist definitv einen Urlaub wert. Eine so beeindruckende Natur findet ihr nicht oft. Und auch, wenn das Wetter nicht immer optimal ist kommt ihr mit wetterfester Kleidung und positiver Einstellung gut durch den Tag.

Wir haben in den 8 zur Verfügung stehenden Tagen viel gesehen und für uns das Maximum mitgenommen. Wenn ihr mehr Zeit habt, solltet ihr diese ausnutzen. Verzichtet aber auf keinen Fall auf einen Norwegen Urlaub, nur, weil euch nur eine Woche zur Verfügung steht.