Reiseknigge für Wien

Das erste Mal in Wien – eine Hilfestellung:

Wie bereits im Beitrag „Sind die Wiener einfach unfreundlich?“ habe ich auf gewisse Eigenheiten der Wiener hingewiesen. Mich haben diese Besonderheiten durchaus fasziniert und natürlich auch leicht irritiert. Denn ja, es gibt verschiedene Kulturen und Menschen auf diesem Planeten und dies ist eine Bereicherung. Das ist einer der größten Gründe, wieso wir überhaupt so gerne auf diesem Planten unterwegs sind. Doch dass der Unterschied zweier Länder und Kulturen nach nur wenigen Kilometern so erstaunlich ist, hätte ich nicht vermutet. Daher gibt es jetzt ein kleines und liebgemeintes Knigge für dein erstes Mal in Wien:

Verwechsele nicht den „Wiener Schmäh“ mit dem „Wiener Grant“:

Irgendwo zwischen „Küss die Haaand schöne Frau“ und „Trinkens bittschön die Tassn aus, wir schließen in ner halben Stunden“ liegt die Höflichkeit der Wiener begraben. Oft wird man behandelt, als ob man generell zu doof ist zu verstehen oder es wird einschlägiges Wissen sogar vorausgesetzt: „Möchtens die Karten oder essens wie immer?“ Mehr dazu gibt es aber HIER nachzulesen.

Verstehe die Kaffeehauskultur:

Das Kaffeehaus in Wien ist oft – vor allem direkt in der Innenstadt – touristisch angehaucht und auch Wartezeiten müssen mit eingeplant werden. Einen Kaffee gibt es hier nicht. Hier gibt es einen „Verlängerten“ oder eine „Melange“. Wer einen Kaffee bestellt wird blöde angeschaut und direkt als unwissender Tourist abgestempelt. Auch die Sahne heißt hier nicht Sahne, sondern „Schlagobers“. Warum der in Kärnten geborene Sänger Udo Jürgens trotzdem „Aber bitte mit Sahne“ gesungen hat, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich wäre „Aber bitte mit Schlagobers“ nie zu einem Hit geworden.
Die Kultur des Kaffeehauses ist eine sehr schöne Eigenart, die mir sehr entgegenkommt. Oft dient so ein Kaffeehaus den Städtern als verlängerter Arm des eigenen Wohnzimmers. Hier werden Bewerbungsgespräche abgehalten, wie auch die Scheidungspapiere mit den Anwälten begutachtet. Hier trifft sich Jung und Alt.
Ein wirklich typisches Kaffeehaus lässt sich schnell finden und die Kuchen sind meistens lecker. Der fade Beigeschmack ist leider (wieder mal) der Kellner der Herr Ober!, der sich irgendwie fast schon belästigt fühlt, wenn man eine Bestellung aufgeben möchte. Aber genau diese Art der Grimmigkeit macht den Charme komplett und keiner sollte dies als persönliche Beleidigung auffassen.

Smalltalk und mieser Humor:

Ein Österreicher ist eigentlich nicht auf Small Talk aus. Wieso auch. Kassiervorgänge, Beratungsgespräche und die Bedienung im Restaurant beschränken sich auf das Wesentliche. Stellenweise fehlt schon „Hallo, Bitte, Danke oder Tschüss (Baba)“. Solltest du also wirklich Kontakt zu einem Österreicher aufnehmen wollen, sind gewisse Gesprächsthemen tabu: Ein Österreicher ist kein „Ösi“ und der Zweite Weltkrieg ist nun auch kein eisbrechender Gesprächsstoff. Witze über Hitler und das dieser eigentlich Österreicher war, helfen dir selbstredend natürlich auch nicht weiter.

Mach nicht einen auf Österreicher:

Klar will man nicht als nichtsahnender Tourist abgestempelt werden. Aber den Umkehrschluss zu wagen, also so zu tun als ob, der geht meist richtig in die Hose. Und ja es ist verführerisch den österreichischen Dialekt nachzuäffen! Trotzdem: Lass es! Der Österreicher versucht ja auch nicht unseren bayrischen, hessischen oder schwäbischen Dialekt nachzumachen. Was gut ankommt sind einige Vokabeln zu beherrschen: die Portion Sahne als „Schlagobers“ zu bestellen oder das Brötchen als „Semmel“ zu bezeichnen. Das reicht auch. Im Supermarkt wirst du noch ein „Sackerl“ anstatt einer Tüte aufgeschwätzt bekommen, aber auch das sollte dich nicht weiter irritieren.
Habt ihr noch mehr Tipps um die Deutsch-Österreichische Freundschaft zu intensivieren? Dann ab damit ins Kommentarfeld.

Schloss Neuschwanstein

Der Andrang auf das Schloss Neuschwanstein reißt nicht ab…

Wer das Schloss Neuschwanstein besuchen möchte muss immer mit Wartezeiten rechnen. Der Andrang auf die nebeneinander liegenden Schlösser Neuschwanstein und Hohenschangau, ist vor allem in den Monaten Juli bis September so sehr angestiegen, dass zum Teil Busunternehmen keine Fahrten innerhalb dieser Monate anbieten. Bereits zur Mittagszeit kann es vorkommen, dass sämtliche verfügbaren Eintrittskarten ausverkauft sind.

Das Schloss Neuschwanstein muss man gesehen haben!

Unsere Heimat selbst ist reich beschenkt mit Schlössern und Burgen. Wir im Schwabenländle haben direkt vor unserer Haustüre Schloss Lichtenstein und auch das berühmte Hechinger Schloss Hohenzollern. Trotzdem hat es uns ins Allgäu verschlagen um das Märchenschloss Neuschwanstein, endlich zu besuchen.
Das von König Ludwig errichtete Schloss ist ein Bauwerk, dass den Traum vieler Prinzen und Prinzessinen höher schlagen lässt. Schloss Neuschwanstein ist das Märchenschloss schlechthin. Sogar Walt Disney war vom Schloss und dessen Prunk so angetan, dass er die Zeichnungen der Märchenschlösser für seine Filme „Cinderella“ und „Dornröschen“ nach dessen Vorbild entworfen hat.

Schloss Hohenschwangau steht etwas im Schatten von Neuschwanstein. Aber eigentlich muss es das nicht.

Der Rubel rollt – Kommerz und Kitsch und das Vorurteil mit den Massen an Japanern:

Gerade Menschen aus dem asiatischen Bereich zieht das Schloss an wie Motten das Licht. Offensichtlich haben diese Menschen hier bei uns etwas gefunden, was sie sogar nicht in ihren Ländern finden. Doch mit den touristischen Menschenmassen lässt sich gutes Geld verdienen. So entstehen immer mehr und größere Hotels direkt zu Fuße des Schloss Neuschwansteins. Der Eintrittspreis ist noch moderat, die Führung dafür aber hektisch und sehr kurz. Ihr benötigt mehr Zeit zum Warten und Anstehen, als für die Schlösser selbst. Eventuell kann man auch ganz auf eine Führung verzichten, denn die Schlossführung ist mittlerweile so überlaufen, dass man die Gruppen durch die wenigen Räume quasi nur durchführt. Kurze Erklärungen gibt es natürlich aber Zeit zum Nachfragen gibt es nicht. Insgesamt könnt ihr mehr Zeit in den vielen Souvenir-Shops verbringen als im Schloss selbst.
Auch blöd aber nicht vermeidbar ist die Tatsache das Schloss Neuschwanstein zu einer Dauerbaustelle geworden ist. Zum einen gibt es die schon eben erwähnten Großbaustellen im unteren Teil, in denen neue Hotels erbaut werden, zum anderen das Schloss selbst. Sehr oft über das Jahr verteilt steht es mit Gerüsten umklammert da.

Das beste Foto kann man daher von der Marienbrücke schießen. Hier geht das Gedränge erst richtig los, allerdings entschädigt das gewonnene Foto jeden Rempler und jede Minute Wartezeit.

Christkindlmarkt in Wien

Der Wiener Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz

Für mich einer der schönsten Weihnachtsmärkte die ich je besuchen durfte, war der Christkindlmarkt in Wien. Obwohl es über die ganze Stadt verstreut, sehr schöne Märkte gibt, ist der direkt am Rathaus gelegene irgenwie der Schönste. Der Reiz macht natürlich das im Hintergrund majestätisch beleuchtete Rathaus aus, aber auch die Weihnachtswelt, die um den Markt herum liebevoll gestaltet ist.
Der Christkindlmarkt hat über 150 Stände und bietet neben üblichem Kram und mäsigem Essen auch viele ausgefallene Geschenkideen, Mitbringsel und auch einige kulinarische Highlights (man muss nur danach suchen).

 

Die Eislaufbahn auf dem Wiener Christkindlmarkt ist ein kleiner Eistraum

Als „kleiner Eistraum“ bezeichnen die Wiener ihre Eislaufbahn die mich echt umgehauen hat. Bei uns gibt es – wenn überhaupt – nur einige Quadratmeter Eis auf denen sich die die Menschenmassen quetschen. Hier in Wien wird Eislaufen zelebriert und die Eislaufbahn ist nicht einfach nur eine Fläche sondern vielmehr eine echte Bahn auf der man mal nach rechts oder links abbiegen kann, die sich schlängelt und windet wie ein Pfad. Auch ein Schlittschuhverleih mit angemessenen Preisen, bei denen sogar die Schuhe angewärmt werden, ist ein beliebter Anlaufpunkt für Kurzentschlossene.
Solltet ihr also um die Weihnachtszeit nach Wien kommen, müsst ihr euch unbedingt  Zeit nehmen um ein paar Weihnachtsmärkte anzusteuern. Es lohnt sich garantiert!

Wiener Sehenswürdigkeiten

Wien und seine Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust entdecken…

Wenn von Wien die Rede ist, kommen einem schnell gewisse Klischees in den Sinn: Ein Riesenrad, Sisi, Sachertorte und vielleicht noch die Wiener Sängerknaben. Doch diese klischeehaften Vorurteile sind natürlich nicht falsch, aber offensichtlich sehr ergänzungsbedürftig. Wer nach Wien reist, der kann die österreichische Hauptstadt von zwei Seiten erfassen. Der Teil der Vergangenheit die in Wien immer noch allgegenwärtig ist, die imperialen Prachtbauten entlang der Ringstrasse, die Schlösser und natürlich auch den berühmten Stephansdom. Aber Wien ist auch die Metropole und die multikulturelle Weltstadt mit Geschäften, Bars und pulsierendem Nachtleben.
Wien bietet auf relativ kleiner Fläche eine nahezu unbegreifliche große Anzahl an Kultur an. Schon allein das riesige Museumsquartier mit den verschiedenen Ausstellung oder die berühmte Wiener Oper ist für Kunstinteressierte ein beliebter Anlaufpunkt.

Wie finde ich mich in Wien zurecht?

Wien macht es seinen Besuchern relativ leicht nicht die Orientierung zu verlieren. Das mittelalterliche Zentrum der Stadt, der „Erste Bezirk“ oder auch die „Innere Stadt“ genannt, beherbergt eine Vielzahl der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Wiens. Der Prunk der Ringstraße kann gut zu Fuß, mit einem Fiaker oder auch bequem und günstig mit der Straßenbahn 1 und 2 besucht werden. Außerhalb der Ringstraße bzw. des Zentrums sind die Sehenswürdigkeiten eher dünner gesät. Als wichtige Anlaufpunkte die bei einem Besuch in Wien nicht fehlen dürfen, sei hier der Prater genannt, der das berühmte Wiener Riesenrad beheimatet und bei den Wienern auch als Naherholungsgebiet gilt.

9 Dinge die du in Wien unbedingt ansehen solltest:

Unsere persönlichen Highlights – die man als typische Sehenswürdigkeiten ansehen darf – sind für uns folgende:

Naturhistorisches Museum:

Im Naturhistorischen Museum in Wien ist bereits das Museum selbst eine echte Attraktion. Die riesige Eingangshalle und die bemalte Decke ist absolut imposant und auch für Kunstbanausen geeignet. In den verschiedenen Hallen und Ausstellungsräumen findet ihr Dinos, Skelette, Meteoriten, jede Menge Tiere, viel Wissen das in euer Hirn möchte und natürlich auch eine Cafeteria. Yeah. Ihr findet das Museum direkt an der Ringstraße gelegen.

http://www.nhm-wien.ac.at

Neues Rathaus:

Das Wiener Rathaus empfinde ich persönlich als das Schönste das ich bisher gesehen habe. Ein Prunkbau der bereits von weiter Entfernung auffällt, mit kleinen Balkönchen und hübschen, spitzen Fenstern. Drinnen regiert der Bürgermeister und draußen werden die Fotoapparate gezückt. Ganz besonders erstrahlt das Wiener Rathaus bei Nacht, denn dann wird es beleuchtet. Wer zur Weihnachtszeit nach Wien kommt, sollte unbedingt den Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz besuchen.

Staatsoper

Wer auf Opern steht, für den ist es selbstverständlich ein Muss in Wien in die Staatsoper zu gehen. Aber auch für Menschen die zur Oper keinen Zugang haben, können und sollten sich die Oper einmal von innen anschauen. Führungen werden regelmäßig angeboten! Achtung: wer Tickets für die Oper kaufen möchte sollte unbedingt und ausschließlich die Karte direkt bei der Wiener Staatsoper kaufen. Es gibt leider viele Trickbetrüger die direkt vor der Oper versuchen Tickets anzupreisen, bei denen ihr bestenfalls in den Genuss von Musikschülern in einem Hinterhof kommt. Finger weg!

Stephansdom

Man könnte sich nun Streiten welches Wahrzeichen das berühmtere Aushängeschild für Wien ist: ein olles Riesenrad oder der Stephansdom. Vielleicht bin ich da etwas befangen, aber für mich wäre die Wahl eindeutig. Der Stephansdom wird von den Wienern selbst als „Steffel“ bezeichnet und ist ein guter Orientierungspunkt als Fremder in der Stadt. Den Dom sollte man natürlich auch mal von innen bewundern, kurz innehalten und vielleicht sogar einem Gottesdienst beiwohnen. Für Menschen mit Ausdauer und ohne Platzangst ist auch noch der Ausblick von der Türmerstube ans Herz gelegt. Diesen Turm erreicht ihr über einen Seiteneingang des Doms. 343 enge Stufen nach oben und ihr habt einen wunderschönen Blick auf die Wiener Innenstadt.
http://www.stephansdom.at

Museumsquartier

Eines der größten Museumsanlagen der Welt ist das Museumsquartier. Über 20 Museen mit Kunst, Kunst und nochmals Kunst warten hier auf Besucher. Und diese strömen in Massen. Ich muss gestehen ich bin angesichts der Vielzahl der Exponate erschlagen worden und bekenne mich feierlich als Kunstbanause. Ob das Richtige für dich dabei ist, checkst du am Besten selbst:

https://www.mqw.at/institutionen

Mariahilfer Strasse

Wer noch ein paar Groschen vom Reisebudget in Wien lassen möchte, der findet ausreichend Möglichkeiten auf der Mariahilfer Strasse. Ein guter Mix aus Kaufhäusern, Restaurants und Bars findet ihr direkt auf dieser Shopping-Meile. Die Querstraßen solltet ihr aber auch nutzen, vor allem wenn ihr eher kleinere und originelle Läden sucht.

Schloss Belvedere 

Wer nach Paris reist und nicht den Eiffelturm gesehen hat, der ist ziemlich blöd. Ein Must-See für Wien ist das ehemalige Sommerschloss von Prinz Eugen. Die weitläufige Anlage beinhaltet das Obere Belvedere und das Untere Belvedere. Das Schloss Belvedere beweist sich sowohl von außen als auch von innen als eine Schönheit. Die Touristenströme sind gerade am Wochenende enorm. Daher empfehlen wir euch eher einen Besuch Werktags, erst Recht wenn ihr eine Führung mit einplanen möchtet.

Prater

Der Prater ist Naherholungsgebiet und Amüsiermeile zugleich. Die grüne Lunge der Stadt bietet Rad- und Spazierwege, Golf- und Tennisplätze und ein Rad- und Fußballstadion. Im westlich gelegenen Teil des Praters findet man das berühmte Wiener Riesenrad und erstaunlich viele andere Fahrattraktionen. Die Atmosphäre ist wie auf einer Kirmes, zum Teil mit etwas nostalgischem Flair und zum Teil schon viel zu modern. Die Fahrattraktionen sind alle direkt und einzeln zu bezahlen.

Schloss Schönbrunn 

Mit über 1400 Räumen ist Schloss Schönbrunn echt schwer zu heizen. Im Rahmen einer Führung kann man zumindest 40 der schönsten Zimmer besichtigen. Natürlich auch von außen ist Schloss Schönbrunn eine Pracht, aber noch lange nicht so protzig wie das Schloss Belvedere. Zum Schlosspark gehört ein Wüsten- und ein Palmenhaus und natürlich der Wiener Tiergarten. Der Zoo bzw. Tiergarten ist der älteste der Welt aber an Platz im Gehege und – soweit das in Zoos überhaupt machbar ist – in der Tierhaltung nicht von vorgestern. Es klingt zwar abgedroschen aber: ein schöner Platz für die ganze Familie.

Sind die Wiener einfach unfreundlich?

Wieso der Wiener unfreundlich wirkt, obwohl er es vielleicht gar nicht ist…

„Wien ist immer eine Reise wert“, hatten wir schon oft gehört und wollten unbedingt die Hauptstadt von Österreich endlich mal näher erkunden. Schnell wurde Flug und Hotel gebucht und die Entscheidung stand fest: Eine Woche Wien im November!
Bisher waren unsere Trips in andere Städte und Metropolen mit einer Woche oft zu kurz bemessen. In Wien war das dieses Mal irgendwie anders. Jetzt mit etwas Abstand zur Reise und den gewonnen Eindrücken, weiß ich aber immer noch nicht genau, wieso mir Wien auch in weniger Zeit ausgereicht hätte. An den ganzen Sehenswürdigkeiten kann es definitiv nicht liegen. Denn wer Wien wirklich intensiv kennen lernen will, der muss sich Zeit nehmen. Auf das Wetter konnte ich meinen eher mäßigen Gesamteindruck auch nicht schieben, denn für November war es zwar kalt, aber die Sonne war immer präsent und es regnete nie.

War es der Wiener Schmäh?

Eventuell lag es an einem Umstand den ich selbst erst verinnerlichen musste. Es ist mir vor Ort zwar schon aufgefallen, aber wirklich bewusst wurde es mir erst, als ich es schwarz auf weiß vor mir hatte. Aber fangen wir von vorne an: Der „Wiener Schmäh“, das leicht ironische und trockene Gespräch, ist für einen Touristen erstmal schwer zu durchschauen, mir persönlich liegt diese Art aber sehr. Deswegen hätte ich damit auch keine Probleme haben sollen. Doch wenn der Eindruck entsteht, dass die trockene Umgangsform zu leicht in harsch und unfreundlich überläuft, dann passt das mir gar nicht.
Solltet ihr also direkt aus den USA, bei denen ihr im Restaurant überschwänglich mit „Hey Honey“ willkommen geheißen werdet, eine Reise nach Wien buchen, könnte der Eindruck entstehen, ihr seid auf zwei komplett fremden Planeten gelandet. Mir persönlich liegt das Überschwängliche der Amis genauso wenig wie das (leider) doch sehr robuste Verhalten der Wiener. Müsste ich mir allerdings etwas aussuchen, wäre mir überschäumende Freundlichkeit doch wesentlich lieber.

Sind die Wiener einfach unfreundlich?

So war es also – sowohl im berühmten Kaffeehaus, wie auch beim Sushi-Dealer um die Ecke – eher ein Gefühl von Friss oder Stirb als von gastgeberischer Wohlfühlatmosphäre. Das genau DAS mich mehr gestört hatte, als wir die Tage in Wien verbrachten, mussten ausgerechnet die Wiener mir selbst erklären. Denn erst als ich in der U-Bahn-Station nach einer der vielen kostenlosen Zeitungen griff, wurde es mir bewusst, denn dort stand geschrieben:

Wien ist unfreundlichste Stadt – gleich nach Paris.
Der Wiener Grant ist legendär: Eine Umfrage des Netzwerks InterNations mit 13.000 Teilnehmern bestätigt nun: Wien ist gleich nach Paris die unfreundlichste Stadt der Welt. (…)
Quelle: Wien Heute vom 15.11.17

Was ist der Wiener Schmäh oder der Wiener Grant?

Und nun war mir klar: Ich war der Dumme. Denn ich verwechselte den Wiener Schmäh mit dem Wiener Grant. Beides kannte ich zuvor nicht, durfte es aber kennen lernen. Gerade im Dienstleistungsbereich – speziell eben in der Gastronomie ist es uns besonders aufgefallen: Es wird keinem Gast gedient, denn man ist selbstverständlich kein Diener! Nein, der Gast selbst ist der Bittsteller.
Dass das alles gar nicht wirklich unfreundlich ist, aber dennoch durchaus so wirkt, mag alles sein. Es täuschte mich aber auch nicht über die vielen unfassbar schönen Tage in Wien hinweg. Es machte es nicht besser oder schlechter. Aber es stand irgendwie im Raum. Es war merkwürdig und vielleicht müsste man sich daran gewöhnen. Ich tat es nicht, dafür war die Zeit zu knapp.

Ang Thong Marine Nationalpark

Der Ang Thong Marine Nationalpark ist ein Naturparadies im Golf von Thailand

Der Ang Thong Marine Nationalpark besteht aus 42 kleinen Inseln die nahezu unberührt sind. Zu den Hauptinseln gehören Phaluai, Wua Talap, Mae Ko und Sam Sao. Jede Insel hat seinen besonderen Reiz und bei den geführten Touren werden die berühmtesten Sehenswürdigkeiten auf jeden Fall angefahren. Die Inselgruppe liegt westlich von Koh Phangan und Koh Samui. Von beiden Inseln gibt es Tourenanbieter die euch in das Archipel bringen. Es geht mittlerweile nicht nur mit kleinen Fähren, sondern auch mit Speedbooten in den Park. Die Speedboote sind natürlich schneller unterwegs, allerdings starten die meisten Tourenanbieter auch erst später am Tag, wodurch man diesen Vorteil schon wieder zunichte gemacht hat. Mit einer normalen Fähre müsst ihr ab Koh Samui mit guten zwei Stunden Anfahrt rechnen.
Wer mehr Zeit zur Verfügung hat als nur einen Tagestrip, der kann auf der Insel Koh Wua Ta Lap ein Zelt mieten und auch einige Tage dort verbringen. Gerade diese Insel hat neben eine Höhle und einem grandiosen Aussichtspunkt auch kleine Äffchen beheimatet, die man durchaus auch tagsüber in den Bäumen beim Spielen beobachten kann.

Auch im Ang Thong Marine Nationalpark geht es immer touristischer zu…

Keine Angst, das Robinson Crusoe-Feeling ist gegeben. Allerdings sind solche kleinen Naturwunder auch für den (Massen-)Tourismus interessant. Wichtig hierbei zu wissen ist: Es dürfen gesetzlich nur eine gewisse Anzahl an Menschen täglich in den Nationalpark aufbrechen. Die Tourenanbieter sind auch sehr bemüht den Ablauf der Touren so anzupassen, dass nicht jeder bei der selben Insel beginnt. Das würde auch aufgrund der kleinen Anlegestellen gar nicht gehen.

Früh aufstehen für den Mu Ko Ang Thong Marine Nationalpark lohnt sich..!

Auch wenn wir das am sehr frühen Morgen noch nicht wussten, waren wir sehr froh die Entscheidung getroffen zu haben, einen der Tourenanbieter zu buchen, der als einer der ersten Schiffe im Marine Nationalpark anlegt. Da heißt es natürlich früh aufstehen! Aber es lohnt sich.
Auf dem Schiff wurden wir nett begrüßt, es gab eine kleine Sicherheitseinweisung, dann gab es sehr überschaubares Frühstück und wir tuckerten los. Getränke standen rund um die Uhr zur Verfügung, was auch wichtig war, denn die Sonne brannte. Fast zwei Stunden dauerte die Fahrt. Im Mo Ko Ang Thong angekommen, konnte ich weder Film- noch Videokamera wirklich weglegen. Es ist der Wahnsinn!
Es gab das Angebot mit dem Kanu an Land zu paddeln oder mit einem Floss an Land zu kommen. Wir hatten uns für die zweite Möglichkeit entschieden und waren damit durchaus zufrieden. Schnorchelausrüstung wurde auch kostenlos gestellt, aber ehrlich gesagt war nicht wirklich viel zu sehen. Die Schwebealgen machen das Meer in Strandnähe sehr undurchsichtig. Wer Schnorcheln will sollte lieber einen Ausflug nach Koh Tao machen!


 


Aber lange Rede kurzer Sinn: Als Blogger sollte man fähig sein, seine Eindrücke in Worte zu fassen. Hier fällt es mir zum ersten Mal richtig schwer, daher könnt ihr euch hier gerne unser Video ansehen.