Ein perfektes Wochenende in Bremen

von

Es gibt Städte, die man nicht direkt auf dem Schirm hat. Bremen war so ein Fall für uns.
Die Stadt ist kompakt genug, um sie an einem verlängerten Wochenende zu Fuß zu erobern, und gleichzeitig vielschichtig genug, um auch bei einem dritten oder vierten Besuch noch für Überraschungen zu sorgen. Die Stadt ist Märchenkulisse und Hansestadt zugleich, Wissenschaftsstandort und Kunstmetropole, maritimes Tor zur Weser und gemütliches Kneipenviertel.

In diesem Beitrag nehmen wir dich mit auf unsere liebste Route durch die Hansestadt. Wir verraten dir, welche Fehler wir selbst schon gemacht haben, damit du sie nicht wiederholen musst. Außerdem geben wir dir einen Stadtspaziergang an die Hand, mit dem du in einem Wochenende das Herz der Stadt Bremen wirklich erlebst – inklusive lockerer Zeitangaben, damit du deinen Trip realistisch planen kannst.

Bremen ist einen Besuch wert. Aber warum?

Was Bremen für uns so besonders macht, ist die Mischung aus Überschaubarkeit und Tiefe. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten – der Marktplatz, das Rathaus und der Roland, die Böttcherstraße und das SchnoorViertel – liegen so nah beieinander, dass du sie bequem an einem Vormittag ablaufen kannst, ohne Bus oder Bahn nutzen zu müssen. Gleichzeitig hat die Stadt so viele Facetten, dass ein Wochenende oft nicht reicht: die Weser mit ihrer Promenade „Schlachte”, die aufstrebende Überseestadt mit ihren umgebauten Speichern, die grünen Wallanlagen mit der historischen Windmühle, der weitläufige Bürgerpark und schließlich Vegesack im Bremer Norden mit seinem maritimen Flair. All das in ein Wochenende zu packen ist stressig, aber möglich. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und für einen ersten Überblick über Bremen reicht ein Wochenende aber wiederum aus. 

Hinzu kommt die berühmte Gastfreundschaft der Hanseaten, die zwar sprichwörtlich zurückhaltend, im Kern aber herzlich ist. Und dann wäre da noch die Bremer Küche, die deftig und auf gewisse Weise eigenwillig ist – sofern man sich auf Grünkohl mit Pinkel oder Knipp einlassen mag. Wer Bremen nur als Zwischenstopp auf dem Weg nach Hamburg, Bremerhaven oder an die Nordsee abtut, verpasst eine Stadt, die touristisch angenehm entspannt ist und dennoch viel zu bieten hat.

Anreise: So kommst du am entspanntesten nach Bremen

Bremen liegt verkehrsgünstig zwischen Hamburg und Osnabrück und ist mit der Bahn sehr gut erreichbar. Der Hauptbahnhof ist nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt. Du kannst also direkt nach der Ankunft mit dem Sightseeing loslegen, ohne erst ein Hotel ansteuern zu müssen. Für uns ist das einer der großen Pluspunkte Bremens als Kurzreiseziel: Du musst weder ein Taxi noch einen Shuttle nehmen oder eine lange Anfahrt in Kauf nehmen, sondern kannst einfach aus dem Zug steigen und loslaufen.

Wenn du mit dem Auto anreist, solltest du dich am besten bereits bei der Buchung der Unterkunft um einen Parkplatz kümmern, denn die Altstadt ist überwiegend autofrei oder zumindest stark reguliert. Die Parkhäuser rund um den Dom und an der Kulturmeile sind für einen Tagesausflug gut geeignet, da du von dort aus alle wichtigen Ziele fußläufig erreichst. Für ein Wochenende solltest du dein Auto aber außerhalb parken bzw. bei deiner Unterkunft stehen lassen. In der Innenstadt brauchst du ohnehin kein Fahrzeug und in den engen Gassen von Schnoor und Böttcherstraße wärst du damit sogar im Weg.

Für Ausflüge in die Überseestadt, nach Vegesack oder in den Bürgerpark lohnt sich dagegen die Straßenbahn oder ein Leihfahrrad, da diese Ziele etwas außerhalb des historischen Kerns liegen. Der öffentliche Nahverkehr in Bremen wird von der BSAG betrieben und ist mit einem dichten Netz aus Straßenbahn- und Buslinien sehr zuverlässig. Wenn du dich nicht zu Fuß fortbewegst, ist der ÖPNV in Bremen auf jeden Fall die beste Wahl.

Das Hotelschiff und Restaurantschiff MS Alexander von Humboldt an der Weserpromenade Schlachte bei einem Stadtspaziergang in Bremen

Der ultimative Bremen-Spaziergang fürs Wochenende, auf zwei entspannte Tage aufgeteilt:

Ursprünglich haben wir diesen Rundgang an einem einzigen Tag durchgeführt. Inzwischen sind wir aber davon abgekommen, da sich Bremen an einem Wochenende deutlich entspannter erleben lässt, wenn man die Höhepunkte auf zwei Tage verteilt und nicht am Ende erschöpft durch die letzten Sehenswürdigkeiten hetzt.

Tag 1

widmet sich ganz der historischen Altstadt mit Marktplatz, Böttcherstraße, Schnoor und Dom.

Tag 2

widmet sich den Wallanlagen, der Kunsthalle und der Weser.

Beide Tage bieten ausreichend Pufferzeit für Kaffee, Fotos und spontanes Bummeln und lassen sich bei Bedarf natürlich auch wieder zu einem einzigen, kompakteren Tag zusammenlegen.

Tag 1

Marktplatz, Böttcherstraße, Schnoor und Dom:

Bremen Sehenswürdigkeiten

Für den ersten Tag solltest du von 9 Uhr morgens bis zum frühen Nachmittag einplanen, mit einem entspannten Ausklang, der sich bis in den Abend ziehen darf. Wir starten um 9 Uhr am Hauptbahnhof. Von hier aus sind es nur rund zehn Minuten zu Fuß in Richtung Innenstadt. Du läufst dabei direkt am Rand der Wallanlagen entlang, was einen schönen ersten Eindruck der Stadt vermittelt. Falls es regnet oder du ohnehin gerne Naturkundemuseen besuchst, lohnt sich an dieser Stelle ein kurzer Abstecher ins ÜberseeMuseum, das sich direkt gegenüber dem Bahnhofsausgang befindet. Dazu erfährst du später im Abschnitt „Museen” mehr.

Gegen 9:15 Uhr erreichst du den Marktplatz, das unbestrittene Herz der Stadt. Nimm dir hier bewusst zehn bis fünfzehn Minuten Zeit, um dich im Kreis zu drehen und die Umgebung zu genießen. In Sichtweite zueinander stehen das Rathaus, der Roland, der Dom, die Bürgerschaft und der schmucke Schütting. Dieser erste Rundumblick vermittelt dir ein Gefühl für die Proportionen der Altstadt, die tatsächlich erstaunlich klein ist. Wir setzen uns an dieser Stelle gerne kurz auf die Stufen vor der Kirche und beobachten das Treiben. Gerade am Vormittag ist der Platz noch angenehm ruhig, bevor die ersten Reisebusse und Tagestouristen eintreffen.

Bremen Sehenswürdigkeiten am Wochenende

Um 9:45Uhr spazierst du zur Westseite des Rathauses, wo sich die berühmte Bronzestatue der Bremer Stadtmusikanten befindet. Wir hatten irgendwie auch mehr erwartet, sei also nicht enttäuscht. Die Statue der berühmten Tiere ist nämlich überraschend klein. Viele Erstbesucher laufen zunächst an ihr vorbei, ohne sie zu bemerken. Der Brauch besagt, dass du dem Esel die Beine anfasst und dir dabei etwas wünschst. Entsprechend glänzt das Bronzematerial an dieser Stelle deutlich heller als der Rest der Figur.

Wenn du noch etwas Zeit hast bzw. sie dir einfach nehmen willst, dann suche anschließend am Rand des Marktplatzes nach dem sogenannten Bremer Loch. Dabei handelt es sich um eine Art Kanaldeckel mit Spendendose. Wenn du eine Münze einwirfst, erklingen die Stimmen von Esel, Hund, Katze und Hahn. Dieses kleine, aber liebevolle Detail existiert seit 2007 und der Erlös kommt sozialen Projekten in der Stadt zugute. Das hat uns fast noch besser gefallen als die Statue der Bremer Stadtmusikanten, für die Bremen so berühmt ist.

Der historische Bremer Marktplatz mit der Roland-Statue und das berühmte Denkmal der Bremer Stadtmusikanten vor der Backsteinarchitektur der Altstadt

Wenn du dich für Architektur und Geschichte interessierst, könntest du jetzt noch an einer Rathausführung* teilnehmen. Die öffentlichen Führungen starten mehrmals täglich (unter der Woche meist um 11, 12 und 15 Uhr, samstags zusätzlich um 16 Uhr). Sie sind relativ kurzweilig und günstig. Eine Führung dauert etwa eine Stunde und führt durch die Obere Rathaushalle sowie die kunstvoll gestaltete Güldenkammer. Wenn du diesen Programmpunkt einbauen möchtest, verschiebt sich der restliche Vormittag natürlich um eine Stunde nach hinten. Für unseren kompakten Zeitplan lassen wir die Innenbesichtigung aus und konzentrieren uns auf die Außenansicht. Du kannst sie aber problemlos ergänzen, wenn du mehr Zeit hast.

Bremen Sehenswürdigkeiten für ein Wochenende

Gegen 10:30 Uhr führt uns ein kleiner Durchgang an der Nordseite des Marktplatzes in die Böttcherstraße. Der Kontrast ist sofort spürbar: Enge, dunkelrote Backsteinfassaden, ausladende Ornamente und eine fast schon verwunschene Stimmung, die an die Winkelgasse aus Harry Potter erinnert. Plane hier ruhig 30 bis 40 Minuten ein. Wenn du zur vollen Stunde dort bist, schau zum Haus des Glockenspiels hinauf. Zu bestimmten Zeiten öffnen sich dort die Porzellanglocken und erzählen in bewegten Bildern von der Geschichte der Atlantiküberquerung. 

Unser Tipp: In der Bremer Bonbon Manufaktur in der Böttcherstraße bekommst du handgemachte Süßigkeiten. Diese sind als Mitbringsel deutlich origineller als jedes Standard-Souvenir.

Das Schaufenster der Bremer Bonbon Manufaktur mit bunten Süßigkeiten neben kunstvollen Terrakotta-Reliefs in der historischen Böttcherstraße in Bremen
Bremen an einem Tag Sehenswürdigkeiten

Gegen 11:30 Uhr erreichst du das Schnoorviertel, das älteste erhaltene Altstadtviertel Bremens. Der Name leitet sich vom plattdeutschen Wort für „Schnur” ab, da die Häuser so eng aneinandergereiht sind wie auf einer Schnur. 

Wir empfehlen dir, hier eine Stunde einzuplanen, denn im Schnoor lohnt es sich, zu verweilen. Es gibt kleine Kunsthandwerksläden und das eine oder andere Café mit winzigen Tischen direkt vor der Tür.

Powered by GetYourGuide

Unser Tipp: Verlasse an einer Stelle den Hauptstrom der Touristen und biege in eine der Nebengassen Richtung Marterburg oder Stavendamm ab. Dort wird es spürbar ruhiger und du bekommst ein authentischeres Gefühl für das Viertel, in dem es zwar sehr touristisch zugeht, in dem aber tatsächlich auch noch Menschen wohnen.

beste Sehenswürdigkeiten in Bremen

Gegen 12:30 Uhr lohnt sich ein Abstecher zum nur wenige Schritte vom Schnoor entfernten St.-Petri-Dom. Wer Zeit und Lust auf etwas Nervenkitzel hat, steigt hinab in den Bleikeller. Dort liegen mehrere hundert Jahre alte, auf natürliche Weise mumifizierte Leichname in offenen Holzsärgen. Dieser Ort ist nichts für Angsthasen, aber definitiv einer der ungewöhnlichsten Programmpunkte, die Bremen zu bieten hat (vertraut uns, sie sind wirklich tot). Plane dafür etwa 30 Minuten ein.

wichtigste Bremen Sehenswürdigkeiten

Bevor du dich zur Mittagspause aufmachst, lohnt sich um 13 Uhr noch ein kurzer Abstecher zum Domshof

Dort liegt, fast unscheinbar zwischen Neptunbrunnen und Pflaster, der sogenannte Spuckstein, der an die Giftmörderin Gesche Gottfried erinnert. 

Die ganze, ziemlich schaurige Geschichte dazu erzählen wir dir weiter unten im Beitrag.

was kann man in Bremen erleben?

Ab 13:15 Uhr hast du dann Zeit für eine ausgiebige Mittagspause. Wir schlagen dir dafür die Gegend rund um den Marktplatz oder den Beginn der Böttcherstraße vor. So hast du eine schöne Runde durch Bremen gedreht, bist wieder am Startpunkt angelangt und hast gleichzeitig eine große kulinarische Auswahl. Wenn du typisch bremisch essen möchtest, halte nach Labskaus, Knipp oder, je nach Saison, nach Kohl und Pinkel Ausschau. Rechne für die Pause mit gut einer Stunde, du kannst aber auch länger bleiben, denn für den restlichen Nachmittag hast du keinen festen Plan mehr.

Den restlichen Nachmittag lassen wir bewusst offen. Er eignet sich ideal für einen Bummel durch die Sögestraße und die Obernstraße, für eine Weinprobe im historischen Ratskeller unter dem Rathaus oder für eine Pause in der Unterkunft, bevor es am späten Nachmittag weitergeht.

Gegen 17 Uhr schlagen wir vor, dass du dich zur Schlachte aufmachst, Bremens große Flanier- und Gastronomiemeile an der Weser. Besonders zum Sonnenuntergang, wenn das Licht golden über dem Wasser liegt, ist die Stimmung hier wirklich magisch. Für uns ist dies der perfekte Ort für ein entspanntes Abendessen mit Blick auf die Schiffe. Anschließend lassen wir den Abend im Viertel rund um Ostertor und Steintor ausklingen, wo abends deutlich mehr los ist als in der touristischen Innenstadt.

Tag 2

Wallanlagen, Kunsthalle und die Weser:

Bremens beste Sehenswürdigkeiten im Überblick

Am zweiten Tag starten wir nach dem Frühstück etwas später und ruhiger, schließlich darfst du nach einem vollen Samstag auch mal ausschlafen. Gegen 10 Uhr beginnst du an der Windmühle am Herdentor, die sich in den Wallanlagen, dem grünen Ring, der die Altstadt umschließt, befindet. Der Ort bildet einen herrlichen Kontrast zu den engen Gassen des Vortags: viel Grün, kleine Brücken über die ehemaligen Wassergräben und die hübsche Mühle, die zu den meistfotografierten Motiven der Stadt zählt. Sie dreht sich übrigens nicht ständig, sondern nur an ausgewählten Tagen. Aber auch im Stillstand ist sie ein herrliches Fotomotiv. In der Mühle gibt es ein Restaurant mit Biergarten. Hier kannst du bei einem zweiten Kaffee des Tages die Sonne genießen, während sie durch die Flügel der Mühle blinzelt. Plane für diesen ersten Programmpunkt 30 bis 60 Minuten ein (je nachdem ob du was trinken willst oder nur Fotos machen).

Welches Sehenswürdigkeiten in Augsburg lohnen sich am meisten

Gegen 11 Uhr erreichst du die Kunsthalle Bremen* am Rande der Wallanlagen. Wenn du dich für Kunst interessierst, plane hier mindestens 90 Minuten ein. Die Sammlung reicht von Dürer bis in die Gegenwart und die Installation „Above – Between – Below” des Lichtkünstlers James Turrell allein ist schon einen Umweg wert. Wenn dir die Zeit fehlt oder du dich nicht für Kunstmuseen interessierst, kannst du diesen Programmpunkt auch überspringen und direkt weiterziehen. Wir haben diesen Programmpunkt bei unserem ersten Besuch übersprungen und bei jedem weiteren Bremen-Trip bereut, es nicht früher nachgeholt zu haben. Und wir sind echte Kunstbanausen! 

Powered by GetYourGuide
beste Sehenswürdigkeiten in Bremen

Ab 12:30 Uhr (oder direkt nach der Mühle, wenn du die Kunsthalle auslässt) führt dich dein Weg Richtung Weser und weiter entlang der Schlachte

Der knapp anderthalb Kilometer lange Uferabschnitt lässt sich zur Mittagszeit aus einer ruhigeren Perspektive erleben als am Vorabend. Nutze die Zeit für einen entspannten Spaziergang bis zur Beck’sBrauerei und zum Segelschiff „Alexander von Humboldt” mit seinen markanten grünen Segeln.

Das imposante Segelschiff MS Alexander von Humboldt mit seinen gelben Masten und Mastenaufbauten an der Weser in Bremen

Wer möchte, kann für diesen Programmpunkt eine Weser- oder Hafenrundfahrt buchen. Je nach Anbieter dauert diese 50 bis 75 Minuten und zeigt dir die Stadt aus einer völlig neuen Perspektive. Rechne für diesen letzten Abschnitt insgesamt mit ein bis zwei Stunden, je nachdem, ob und an welcher Bootstour du teilnimmst.

Als schönes, würdiges Ende für deinen Städtetrip nach Bremen kannst du alternativ auch eine Führung durch die Beck’sBrauerei machen. Diese wird als 1,5-stündige Schnuppertour* oder als 3-stündige Intensivtour* angeboten. Bei beiden Touren ist eine anschließende Verkostung inklusive. Bei der kleinen Tour gibt es zwei Becks-Biere und bei der großen Tour drei Biere zum Testen. Die Touren kannst du hier unten direkt vorab online buchen.

Powered by GetYourGuide

Je nachdem, welchen letzten Programmpunkt du auswählst, endet der zweite Tag an der Weser. Du hast genug Zeit für ein spätes Mittagessen an der Schlachte, bevor du dich entspannt auf den Heimweg machst. Wenn du noch etwas länger bleibst, kannst du diesen Nachmittag natürlich auch um einen Abstecher in die Überseestadt oder einen Spaziergang bis zum Bürgerpark verlängern.

Wenn dir für beide Tage die Zeit fehlt, lässt sich dieses Programm übrigens auch auf einen einzigen Tag zusammenlegen. Der Marktplatz, die Stadtmusikanten, die Böttcherstraße und der Schnoor sind in etwa zwei bis drei Stunden zu schaffen und bilden den unverzichtbaren Kern eines jeden Bremen-Besuchs. Ergänzt um einen Blick auf die Wallanlagen und die Schlachte am Nachmittag ist das ein perfektes Programm. Das Programm ist kompakt und etwas stressiger, aber du hast trotzdem die wichtigsten Punkte von Bremen gesehen.

Powered by GetYourGuide

Die Sehenswürdigkeiten von Bremen im Detail

Bremen hat ein schlagendes Argument: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen alle nah beieinander, sodass du deinen Bremen-Trip theoretisch komplett zu Fuß meistern könntest. Was sich für dich wirklich lohnt, musst du selbst entscheiden und deinen Tag dann individuell gestalten. Nimm dir für die einzelnen Stationen aber genug Zeit für Muße, einen Kaffee oder Fotostopps.

Marktplatz, Rathaus und Roland: das UNESCO-Herz der Stadt

Kaum ein Ort in Bremen ist so reich an Geschichte wie der Marktplatz. Das ab 1405 errichtete Rathaus erhielt im 17. Jahrhundert seine prachtvolle Fassade und gilt bis heute vielen als eines der schönsten Rathäuser Deutschlands. Nach unserem ersten Anblick bei Abenddämmerung können wir dem nur zustimmen. Direkt daneben steht seit 1404 der gut fünf Meter hohe Roland mit gezücktem Schwert. Er ist ein steinernes Symbol für die Rechte und Freiheiten der Hansestadt gegenüber Adel und Klerus. Seit 2004 zählen Rathaus und Roland gemeinsam zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die steinerne Roland-Statue vor dem historischen Rathaus auf dem Marktplatz bei einem Stadtspaziergang in Bremen

Unter dem Rathaus befindet sich außerdem einer der ältesten Weinkeller Deutschlands: der Ratskeller. Bereits seit 1405 werden hier deutsche Weine gelagert, mittlerweile rund 650 verschiedene Sorten und etwa 1.200 unterschiedliche Spirituosen. Darunter befindet sich das älteste erhaltene Weinfass Deutschlands, ein Rüdesheimer aus dem Jahr 1653.
Für uns ist ein Abstecher in den Ratskeller ein Programmpunkt, den viele Tagesbesucher übersehen, weil sie damit beschäftigt sind, das Rathaus von außen zu fotografieren. Ob es auch für dich etwas ist, musst du selbst entscheiden.

Ein edles Weinglas mit der Aufschrift "Bremer Ratskeller" und ein Teller mit einem Schokoladendessert, Vanilleeis und Früchten in der historischen Ratskeller-Gastronomie in Bremen

Wer nicht nur die Fassade des Rathauses bewundern möchte, sollte eine Führung einplanen. Die öffentlichen Rathausführungen* dauern etwa eine Stunde, sind günstig und führen durch die Obere Rathaushalle sowie die von Heinrich Vogeler im Jugendstil gestaltete Güldenkammer. Dieser kleine Raum bildet einen optischen Kontrast zur wuchtigen Halle und ist bei jedem Besuch ein Highlight.

Die Bremer Stadtmusikanten: klein, aber legendär

Wer zum ersten Mal vor der Bronzestatue der Stadtmusikanten steht, ist oft überrascht, wie kompakt (oder auch klein) sie tatsächlich ist. Gemessen an ihrer Popularität hätten viele Besucher wohl ein deutlich größeres Denkmal erwartet. Wir tatsächlich auch. 

Die 1951 von Gerhard Marcks geschaffene Figur zeigt die aus dem Märchen der Brüder Grimm bekannten Esel, Hund, Katze und Hahn aufeinandergetürmt. Der Brauch, die Vorderbeine des Esels anzufassen und sich dabei etwas zu wünschen, hat die Bronze an dieser Stelle über die Jahrzehnte auf Hochglanz poliert. Also in der Schlange anstellen, wenn es eine gibt und dann Foto machen und Eselbeine rubbeln. Das gehört einfach dazu!

Wer danach noch nicht genug von den Bremer Stadtmusikanten hat, sucht anschließend das Bremer Loch am Rand des Marktplatzes. Dabei handelt es sich um eine Art Kanaldeckel mit Spendenbox. Nach Einwurf eines kleinen Obolus erklingen die vier Tierstimmen. Du wirfst eine Münze, und der Hahn bedankt sich. Eine nächste Münze, und es ertönt die Stimme des Esels usw. Witzig ist das auf jeden Fall und die Spenden kommen nach dem Motto „Bremer helfen Bremern“ wechselnden sozialen Projekten und Wohlfahrtsorganisationen zugute.

Das berühmte Denkmal der Bremer Stadtmusikanten aus Bronze vor der historischen Architektur auf dem Markt in Bremen

Die Böttcherstraße

Es handelt sich hierbei um einen rund 100 Meter langen Straßenzug, den der Bremer Kaffeeunternehmer und Kunstmäzen Ludwig Roselius im frühen 20. Jahrhundert komplett neu gestaltete. Hier treffen traditionelle norddeutsche Backsteinformen auf expressionistische Fassadenkunst. Die Bremer bezeichnen die Böttcherstraße deshalb auch als die „heimliche Hauptstraße“ der Stadt. Besonders eindrucksvoll ist das Haus des Glockenspiels: Zu festgelegten Zeiten öffnen sich die Porzellanglocken und erzählen mit beweglichen Reliefs die Geschichte großer Atlantiküberquerer.

Unser Tipp: Besuche unbedingt die Bremer Bonbon Manufaktur, in der Süßigkeiten noch von Hand gezogen werden.

Blaues Straßenschild mit der Aufschrift Böttcherstraße an einer roten Backsteinfassade in der historischen Altstadt von Bremen

Das Schnoorviertel

Kein anderes Bremer Viertel fühlt sich so sehr nach vergangenen Jahrhunderten an wie der Schnoor. Uns hat es hier sehr gut gefallen!
Die schmalen Gassen mit ihren dicht an dicht gebauten Fachwerk- und Backsteinhäusern stammen größtenteils aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Sie tragen ihren Namen vom plattdeutschen Wort für Schnur (Schnoor), was sofort einleuchtet, wenn man sieht, wie eng die Häuser aneinandergereiht sind. Wie auf einer Schnur eben. Der Schnoor ist jedoch kein Freilichtmuseum, sondern ein lebendiges Viertel mit Kunsthandwerk, kleinen Cafés und Restaurants. Wir finden ihn besonders reizvoll am frühen Abend, wenn die Tagesgäste allmählich abziehen. Dann zeigt sich dieser Ort von seiner stimmungsvollsten Seite.

Inschrift im Schnoorviertel in Bremen

St.-Petri-Dom und der Bleikeller

Mit seinen beiden markanten Türmen prägt der Dom die Silhouette des Marktplatzes. Er ist sowohl für kirchengeschichtlich Interessierte als auch für alle, die einfach ein bisschen Ruhe abseits des touristischen Trubels suchen, einen Besuch wert. Im Inneren erwarten dich romanische und gotische Bauteile sowie wertvolle historische Ausstattungsstücke. Der eigentliche Geheimtipp liegt jedoch unter der Erde: Im sogenannten Bleikeller lagern mehrere Jahrhunderte alte, auf natürliche Weise mumifizierte Leichname in offenen Holzsärgen. Sie sind so gut konserviert, dass sogar Fingernägel und Zähne noch erkennbar sind. Ursprünglich lagen die Verstorbenen in der Ostkrypta des Doms, in der einst die Bleiplatten für die Dachdeckung gelagert wurden – daher der Name.

Imposantes Kirchenschiff, gotische Gewölbe, Buntglasfenster und der Altarraum im Inneren des historischen Bremer Doms (St. Petri Dom)

Der Spuckstein

Nur wenige Schritte vom Dom entfernt, zwischen Neptunbrunnen und Domshof, befindet sich ein unscheinbarer Pflasterstein, an dem die meisten Touristen achtlos vorbeilaufen. Gerade das macht ihn für uns zu einem der spannendsten Insider-Spots der gesamten Innenstadt. Der sogenannte Spuckstein erinnert an Gesche Gottfried. Die Bremerin hat zwischen 1813 und 1827 mindestens 15 Menschen aus ihrem engsten Umfeld mit Arsen vergiftet, darunter ihre eigenen Kinder, ihre Ehemänner und ihre Eltern. Weil sie sich zugleich rührend um kranke Nachbarn kümmerte, nannte man sie zu Lebzeiten den „Engel von Bremen“, bis ihr Vermieter Verdacht schöpfte und die Taten aufflogen. Am 21. April 1831 wurde sie hier vor rund 35.000 Schaulustigen öffentlich enthauptet – es war die letzte öffentliche Hinrichtung in der Geschichte Bremens. Bis heute spucken manche Bremerinnen und Bremer aus Abscheu über die Taten auf den mit einem Kreuz markierten Stein, wenn sie daran vorbeigehen. Ein makabrer Brauch, über den selbst die Bremer:innen geteilter Meinung sind und der bis heute fortbesteht.

Wer mit offenen Augen durch die Altstadt geht, entdeckt übrigens noch mehr solcher kleiner Geschichten hinter unscheinbaren Details. Ein Grund mehr, hin und wieder eine geführte Tour zu buchen, bei der genau solche Anekdoten zur Sprache kommen.

Powered by GetYourGuide

Kunsthalle Bremen und die Kulturmeile

Die Kunsthalle Bremen* zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen Norddeutschlands. Ihre Sammlung, die Werke von Dürer, Monet, van Gogh, Beckmann und anderen bis hin zur zeitgenössischen Medienkunst umfasst, spannt einen Bogen vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart. 

Das hauseigene Kupferstichkabinett mit über 200.000 Blättern gehört zu den bedeutendsten seiner Art in Deutschland. Die Kunsthalle ist dienstags bis 21 Uhr und mittwochs bis sonntags bis 17 Uhr geöffnet; montags bleibt das Haus geschlossen. Besonders angenehm ist es, wenn du tagsüber einen Stadtspaziergang gemacht hast und die Kunsthalle lieber entspannt am frühen Dienstagabend besuchen möchtest. Dann ist meistens auch weniger los.

Powered by GetYourGuide

Schlachte und Weser

Die Schlachte ist die große Flanier- und Gastronomiemeile der Stadt und liegt direkt an der Weser. Wo früher Frachtschiffe be- und entladen wurden, sitzen heute Menschen in Biergärten und Restaurants und genießen die Aussicht auf das Wasser. Auf der gegenüberliegenden Flussseite, nahe der Beck’s-Brauerei, liegt die „Alexander von Humboldt“. Der historische Dreimaster mit den charakteristischen grünen Segeln war über Jahrzehnte eine Werbeikone für die Biermarke und dient heute als Restaurant- und Hotelschiff. Wer die Weser einmal vom Wasser aus erleben möchte, findet bei den offiziellen Anbietern Rundfahrten, Hafenfahrten und sogar Frühstücksfahrten.

Blick auf die Weserpromenade, Ausflugsboote und die Fußgängerbrücke bei einem Stadtspaziergang entlang der Schlachte in Bremen

Überseestadt

Die Überseestadt zeigt eine ganz andere Seite Bremens: In den letzten Jahren wurden hier ehemalige Speicher und Hafenanlagen zu einem modernen Stadtquartier mit Architekturbüros, Gastronomie und Kreativwirtschaft umgebaut. Besonders sehenswert ist der Speicher XI, in dem sich die Hochschule für Künste sowie das Hafenmuseum befinden. Da die Überseestadt deutlich weitläufiger als die kompakte Altstadt ist, eignet sie sich weniger für einen spontanen Spaziergang, sondern eher für einen bewusst eingeplanten halben Tag oder eine Fahrradtour. Wer historische Industriearchitektur und urbanen Wandel spannend findet, sollte diesen Stadtteil unbedingt besuchen. Für den klassischen Ein-Tages-Trip lassen wir ihn dagegen meistens aus Zeitgründen aus.

Wallanlagen und Bürgerpark

Die Wallanlagen umschließen die Altstadt wie ein grüner Gürtel. Sie entstanden aus der ehemaligen Stadtbefestigung, deren Wälle und Wassergräben im 18. Jahrhundert in einen Park im Stil englischer Landschaftsgärten umgewandelt wurden. Das bekannteste Wahrzeichen ist die über 100 Jahre alte Windmühle am Herdentor. In ihr wird heute ein Café mit Biergarten betrieben. Wenn wir vom Bahnhof kommend die ersten Schritte in Richtung Innenstadt machen, setzen wir uns dort regelmäßig für eine Kaffeepause hin. 

Die historische Windmühle am Wall umgeben von Grünanlagen und Bäumen bei einem Stadtspaziergang in Bremen

Nördlich davon, etwas außerhalb des klassischen Sightseeing-Radius, liegt mit über 200 Hektar der Bürgerpark, die grüne Lunge der Stadt. Er ist mit Seen, Ruderbooten und einem Minigolfplatz ausgestattet. Wer Zeit für einen Verdauungsspaziergang hat, sollte mindestens bis zum Hollersee laufen. Er ist von der Innenstadt aus in etwa 30 bis 40 Minuten zu Fuß erreichbar

Vegesack und die Maritime Meile

Wer länger als ein Wochenende bleibt, für den lohnt sich ein Ausflug nach Bremen-Vegesack im Norden der Stadt. Hier entstand vor rund 400 Jahren Deutschlands erster künstlicher Hafen. Bis heute prägen Werften, historische Kapitänshäuser und die Maritime Meile das Bild des Stadtteils. Die Anreise vom Zentrum aus dauert mit Bahn oder Straßenbahn etwas länger als ein klassischer Altstadtspaziergang, doch sie wird mit einem ganz anderen Bremen belohnt: weniger Märchenkulisse, dafür mehr Weser, Werftgeschichte und norddeutsche Weite. In der Nähe liegt außerdem der herrschaftliche Knoops Park an der Lesum, einem Nebenfluss der Weser. Wie uns eine Einheimische bei einem unserer Besuche verriet, waren selbst viele Bremer erst spät im Leben zum ersten Mal dort spazieren.

Eine Tasse mit der Aufschrift "ostfriesische Gemütlichkeit" gefüllt mit ostfriesischem Tee bei einer gemütlichen Pause während eines Stadtspaziergangs in Bremen

Ausflüge ins Bremer Umland: Worpswede, Bunker Valentin und der Fallturm

Wer noch etwas Zeit übrig hat oder Bremen bereits gut kennt, sollte einen Blick über die Stadtgrenzen hinaus wagen. Rund 25 bis 30 Kilometer nordöstlich liegt das Künstlerdorf Worpswede im Teufelsmoor. Seit 1889 war es die Wahlheimat von Malern wie Fritz Mackensen, Otto Modersohn und der später weltberühmten Paula Modersohn-Becker. Bis heute leben und arbeiten weit über hundert Künstlerinnen und Künstler in dem kleinen Ort. Die Museen Barkenhoff, Große Kunstschau, Haus im Schluh und Worpsweder Kunsthalle lassen sich gut an einem entspannten Tag erkunden.

Mit dem Bus 670 bist du ab dem Bremer Hauptbahnhof in etwa einer Stunde direkt vor Ort. Mit der Regionalbahn über Osterholz-Scharmbeck bist du sogar in rund 40 Minuten dort. In den Sommermonaten verkehrt zusätzlich der historische Moorexpress. Diese Bahn mit jahrzehntealten Triebwagen ist allein schon wegen ihrer nostalgischen Atmosphäre eine Fahrt wert.

Ein völlig anderer, deutlich ernsterer Ausflug führt in den Bremer Norden nach Farge zum Gedenkort Bunker Valentin. Dabei handelt es sich um die Ruine einer gigantischen U-Boot-Werft, die die Nationalsozialisten zwischen 1943 und 1945 mithilfe von Zwangsarbeitern errichten ließen. Bei dem Bau starben mehr als tausend Menschen. Heute ist der Ort eine Gedenkstätte mit freiem Geländezugang und einem Informationszentrum. Ein Rundweg mit rund 25 Stationen sowie ein kostenloser Multimediaguide vermitteln die Geschichte des Bauwerks und der Menschen, die hier zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Nach unserem Besuch waren wir noch lange still. Dies ist kein klassischer Ausflugspunkt für einen unbeschwerten Nachmittag, sondern ein wichtiger Ort, um die Geschichte Bremens auch in ihren dunkelsten Kapiteln zu verstehen.

Wer sich hingegen für Bremens Rolle als Wissenschaftsstandort interessiert, findet auf dem Campus der Universität den sogenannten Fallturm. Dieser ist einzigartig in Europa. In der 146 Meter hohen Röhre können für kurze Zeit Bedingungen nahezu vollständiger Schwerelosigkeit erzeugt werden, wie sie sonst nur im Weltall herrschen.

Bremen bei schlechtem Wetter: die besten Museen

  • Das norddeutsche Wetter ist bekanntlich sehr launisch. Gerade deshalb ist es beruhigend zu wissen, dass Bremen auch bei Dauerregen ein hervorragendes Reiseziel ist. Das Übersee-Museum liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof und verbindet auf drei Kontinenten – von Ozeanien über Afrika bis nach Amerika – Natur- und Kulturgeschichte. Aufgrund der Nähe zum Bahnhof ist dieses Museum der ideale erste oder letzte Programmpunkt einer Bremen-Reise.
  • Das Universum Bremen* punktet mit über 300 interaktiven Exponaten zu den Themen Technik, Mensch und Natur. Dessen ungewöhnliche Architektur erinnert an einen aufgetauchten Wal. Gerade für Familien mit Kindern ist das Universum aus unserer Sicht die beste Schlechtwetteroption in der Stadt, da hier fast alles zum Anfassen und Ausprobieren gedacht ist.
  • Die Kunsthalle Bremen*, die wir bereits im Kapitel „Sehenswürdigkeiten” vorgestellt haben, eignet sich besonders für einen ruhigen, konzentrierten Kulturvormittag. Hier ist in der Regel deutlich weniger los als in den überfüllten Gängen mancher Erlebnismuseen.
  • Wer dem norddeutschen Regen entkommen und ein bisschen tropische Wärme genießen möchte, ist in der botanika gut aufgehoben. Das Tropenhaus, der japanische Garten, die Himalaya-Nachbildung, die Schmetterlinge und das kleine Entdeckerzentrum sorgen dafür, dass man für ein, zwei Stunden fast vergisst, dass draußen elf Grad und Nieselregen herrschen.
Powered by GetYourGuide
  • In der Böttcherstraße befinden sich außerdem die Museen Böttcherstraße. Sie verbinden Kunst und Architektur mit dem historischen Stadtrundgang – praktisch, wenn du ohnehin dort unterwegs bist und keine Lust auf einen zusätzlichen Fußweg hast.
  • Die Weserburg, das Museum für moderne Kunst, befindet sich auf einer kleinen Insel in der Weser und ist die richtige Adresse für alle, die sich eher für zeitgenössische als für klassische Kunst begeistern.
  • Das Dom-Museum ergänzt den Dom-Besuch um kirchen- und stadtgeschichtliche Exponate.
  • Das Focke-Museum, das Bremer Landesmuseum, widmet sich mit einem regionalgeschichtlichen Schwerpunkt der Geschichte der Hansestadt.
  • Wer sich zusätzlich für Bildhauerei interessiert, findet im Gerhard-Marcks-Haus, das sich in den Wallanlagen befindet und nur wenige Gehminuten vom Rathaus entfernt ist, Werke des Künstlers, der auch die berühmte Stadtmusikanten-Statue geschaffen hat.

Aktivitäten und Erlebnisse abseits des klassischen Sightseeings

Wer Bremen nicht nur ablaufen, sondern erleben möchte, findet in der Stadt eine ganze Reihe von Programmpunkten jenseits des klassischen Stadtspaziergangs. Besonders empfehlenswert ist eine Brauereiführung bei Beck’s. Seit 1873 wird hier an der Weser gebraut. Während der etwa dreistündigen Tour* erhältst du Einblicke in das Museum, den Rohstoffraum und das Sudhaus. Du gehst vorbei an Malzsilos und Gär- und Lagertanks, bevor die Tour mit einer Bierverkostung endet. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre, festes Schuhwerk ist Pflicht.

Unser Tipp für echte Bierfans: die kleine oder große Tour bei der Becks Brauerei machen. Inklusive Tasting! 

Powered by GetYourGuide

Wer es lieber ruhiger mag, kann eine der zahlreichen thematischen Stadtführungen buchen, die von der Bremer Touristik-Zentrale sowie mehreren freien Anbietern organisiert werden. Das Angebot reicht von der klassischen Altstadtführung über kulinarische Rundgänge bis hin zur abendlichen Nachtwächterführung. Bei dieser zieht ein Guide in historischem Gewand mit Laterne und Anekdoten durch die dunklen Gassen des Schnoors. 

Powered by GetYourGuide

Perfekt als Ergänzung zum Landgang ist eine Weser- oder Hafenrundfahrt, da sie Bremen aus einer völlig neuen Perspektive zeigt: Vom Wasser aus wirken die Uferbebauung, die Brücken und die Hafenanlagen gleich viel eindrucksvoller.

Das historische Haus mit der Inschrift Us platt bewohr us ditt ole snoorhuus und ein Blick in die schmale Gasse des Schnoorviertels bei einem Stadtspaziergang in Bremen

Dank seiner flachen Topografie eignet sich Bremen hervorragend für Fahrradtouren und ist damit perfekt für alle, die gerne selbst in die Pedale treten. Die kompakte Altstadt lässt sich am besten zu Fuß erkunden, während die Überseestadt, der Bürgerpark, das Weserufer und Vegesack mit dem Fahrrad am leichtesten zu erreichen sind.

Shopping und Bummeln in der Innenstadt von Bremen

Selbst wer nicht zum Einkaufen nach Bremen reist, gelangt fast zwangsläufig in die Sögestraße und die Obernstraße, Bremens zwei große Einkaufsstraßen zwischen Bahnhof und Marktplatz. Wer es gehobener mag, wird im Hanseatenhof oder in den Arkaden rund um den Marktplatz fündig. Das direkt an der Weser gelegene Einkaufszentrum „Waterfront” mit großen Ketten und einem angeschlossenen Kino eignet sich dagegen eher für einen verregneten Nachmittag mit der ganzen Familie.

Infotafel und Übersichtskarte der historischen Böttcherstraße mit ihren verschiedenen Häusern und Museen in Bremen

Deutlich charmanter, wenn auch nicht ganz günstig, sind die kleinen Läden in der Schnoor- und der Böttcherstraße, die wir weiter oben bereits vorgestellt haben. Sie bieten Kunsthandwerk, Keramik, Schmuck und natürlich die Produkte der Bremer Bonbonmanufaktur. Wer nach etwas Ausgefallenerem sucht, sollte einen Abstecher ins Viertel rund um den Ostertorsteinweg und Vor dem Steintor einplanen. Hier reihen sich Second-Hand-Läden, kleine Modelabels, Buchhandlungen und Feinkostgeschäfte aneinander. Sie wirken deutlich unabhängiger und individueller als die Ketten in der Innenstadt.

Schaufenster und Einblick in die Bremer Bonbon Manufaktur mit handgemachten Süßigkeiten in der historischen Böttcherstraße in Bremen

Übernachten in Bremen: für jedes Budget die passende Lage

Bremen bietet mehrere Übernachtungsregionen, die sich je nach Reisestil unterschiedlich gut eignen. Wer zum ersten Mal in der Stadt ist und viel zu Fuß unternehmen möchte, ist rund um die Altstadt, den Bahnhof, das Viertel oder die Schlachte am besten aufgehoben. Von dort aus erreichst du praktisch jede Sehenswürdigkeit in wenigen Minuten. Für ein ruhigeres und grüneres Umfeld bieten sich der Bürgerpark, Schwachhausen oder Findorff an. Während Schwachhausen mit seinen herrschaftlichen Villen und Boutiquen spürbar gediegener wirkt, ist Findorff eher lebendig und durchmischt.

Auch witzig: Das kleinste Haus Deutschlands* gibts in Bremen im Schnoor-Viertel und kann von dir gebucht werden. 

Das Minihaus wurde in fast dreijähriger, denkmalgerechter Arbeit auf einer Grundfläche von gerade einmal vier Quadratmetern errichtet und bietet Platz für bis zu zwei Personen. Trotz der geringen Größe ist es clever und multifunktional eingerichtet. Es verfügt über ein ausklappbares Doppelbett, durch dessen großes Dachfenster man in die Sterne blicken kann, eine integrierte Dusche, ein Waschbecken, einen Minikühlschrank, eine kleine Kaffeeküche, WLAN sowie das laut Hersteller „kleinste Klo der Welt“. Über eine speziell entworfene Klappleiter gelangt man auf eine private Dachterrasse.

Dank der zentralen Lage im verwinkelten Schnoorviertel liegen Sehenswürdigkeiten, kleine Läden und Cafés direkt vor der Tür, und die Bremer Altstadt und das Weserufer sind nur wenige Gehminuten entfernt.

Das kleinste Haus Deutschlands mit einer Infotafel an der roten Backsteinfassade in der Böttcherstraße in Bremen

Für jedes Budget in Bremen übernachten:

MEININGER Hotel Bremen Hauptbahnhof*

  • Dieses moderne Budget-Hotel liegt unweit des Hauptbahnhofs und ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Es zeichnet sich durch ein zeitgemäßes Design, eine lebendige Atmosphäre und praktische Annehmlichkeiten wie eine Gemeinschaftsküche und eine Bar aus.

a&o Hostel Bremen Hauptbahnhof*

  • Es ist ideal für preisbewusste Reisende, die eine zentrale und unkomplizierte Unterkunft suchen. Das Haus bietet private Zimmer, Mehrbettzimmer, kostenfreies WLAN und eine rund um die Uhr besetzte Rezeption.

Prize by Radisson, Bremen City*

  • Dieses farbenfrohe, moderne Design-Hotel wurde von Star-Designer Karim Rashid gestaltet. Es besticht durch frische Farben, innovative Zimmerkonzepte und eine entspannte Lounge-Atmosphäre. Das Hotel liegt in fußläufiger Entfernung zur historischen Altstadt.

DORMERO Hotel Bremen*

  • Das Hotel verbindet urbanen Lifestyle mit klassischem Komfort und liegt verkehrsgünstig in der Nähe des Hauptbahnhofs. Besonders geschätzt werden die modernen Zimmer, die zentrale Lage und Extras wie kostenfreies WLAN.

ATLANTIC Grand Hotel Bremen*

  • Dieses erstklassige First-Class-Hotel im Herzen der Altstadt verbindet modernen Luxus mit klassischer Eleganz. Es bietet hochwertige Zimmer, ein feines Restaurant, eine spektakuläre Dachterrasse sowie einen exklusiven Wellness- und Fitnessbereich.

Parkhotel Bremen – Ein Mitglied der Hommage Luxury Hotels Collection*

  • Das traditionsreiche Luxusresort liegt idyllisch und ruhig direkt am Hollersee im Bürgerpark. Es bietet höchsten Komfort, ein erstklassiges gastronomisches Angebot, eine elegante Pianobar und einen großartigen Spa- und Wellnessbereich.

Unsere persönliche Empfehlung für ein klassisches Wochenende: Wähle eine Unterkunft im Bereich zwischen Bahnhof und Marktplatz. So kannst du direkt nach deiner Ankunft das Übersee-Museum besuchen, deinen Stadtspaziergang beginnen und am Abend gemütlich zur Schlachte oder ins Viertel schlendern, ohne noch einmal umständlich die Unterkunft wechseln zu müssen. Wer länger bleibt, profitiert dagegen von einer Ferienwohnung in Findorff oder Schwachhausen. Dort gibt es mehr Wohnraum und ein lokales Umfeld, sodass die kurze zusätzliche Distanz zu den Klassikern kein Problem ist.

Das könnte dir auch gefallen: